Praktische Italien Reisetipps für Familienreisen

Praktische Italien Reisetipps für Familienreisen

Vorbereitungen auf die Reise, Tipps für die Autofahrt, Praktisches vor Ort und ein paar Tipps für entspannte Restaurantbesuche – hier für Euch zusammengestellt!

Die Anreise mit dem Flugzeug mit der ganzen Familie kann zwar auch anstrengend sein und erfordert meist einen Mietwagen vor Ort, sie hat aber auch einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Autofahrt: Sie begrenzt die Gepäckmitnahme. Warum das ein Vorteil ist, erschließt sich vielleicht nicht sofort, denn insbesondere wenn die Kinder noch im Babyalter sind, ist Verreisen mit Kindern vor allem eines: Viel Gepäck. Windeln, Fläschchen, Schnuller, Lieblingsdecke, Strampler, Schlafsack und und und.

Ab dem Alter von 3, 4 Jahren wird es einfacherer. Ich würde fast behaupten, es dreht sich um. Plötzlich laufen die Kinder am liebsten in kurzen Hosen und T-Shirt herum und verdrehen die Augen, wenn man sie bittet, eine Jacke anzuziehen, eine Mütze aufzusetzen oder Socken in den Sandalen zu tragen.

Und auch wenn der Kofferraum noch so groß ist und in der Reisetasche noch so viel Platz: Es lohnt sich, ab und zu die Frage „was muss ich mitnehmen?“ mit der Frage „was muss ich nicht mitnehmen?“ zu vertauschen. Das Ergebnis ist ein leichterer Koffer und weniger Ballast auf der Reise. Insofern lohnt es sich sehr, nach der Devise „Weniger ist mehr“ zu verfahren und lieber wenige ausgesuchte Sachen mitzunehmen. Die hier gesammelten Tipps sind auch für alleinreisende Erwachsene mit Kindern tauglich.

Oft ist es in Italien möglich, vor Ort direkt in der Unterkunft günstig waschen zu können, gerade Familien wird diese Möglichkeit eingeräumt. Dies kann man im Vorfeld prüfen. Warme Sachen braucht man bei einem Sommerurlaub in Italien auch nur sehr selten, es reichen also wenige Teile. Ob man bei Regen einen so langen Spaziergang machen würde, dass es sich lohnt, für alle Familienmitglieder eine Regenjacke mitzunehmen, ist fraglich. Hier muss jeder selbst entscheiden aber ich behaupte einmal, dass viele die kurzen Regenschauer eher in einem Café abwarten würden.

Wichtiger für die Kinder sind eher Dinge wie:

  • Schwimmsachen
  • Hörspiele und Musik (auch auf dem Handy zum vor Ort hören)
  • Bücher zum Vorlesen und selbst anschauen
  • Taschenlampen für die Kinder
  • Malbücher oder andere Dinge, mit denen sich die Kleinen in ruhigen Phasen beschäftigen können und die man ggf. auch einmal mit in ein Restaurant nehmen kann
  • dazu vielleicht zwei, drei Lieblingsspielsachen.

Ansonsten kann man ruhig darauf bauen, dass sich die Kinder mit der Natur und dem angebotenen Equipment sehr gut beschäftigen können.

Für uns Erwachsene empfiehlt sich

  • die übliche Sonnencreme & Co
  • Mückenspray für vor dem Mückenstich und Fenistilgel, wenn einen dann doch erwischt hat
  • eine kleine Kühltasche für Ausflüge, die so klein ist, dass sie nicht zu schwer wird, wenn man sie bis oben hin vollpackt
  • eine gute Strandtasche, in die alles hineinpasst und die robust ist. Ich empfehle Ibizzataschen, sie sind groß, oben offen, ihnen macht das Salzwasser nichts aus und der Sand rieselt unten wieder heraus.
  • Ein Taschenmesser ist auch sinnvoll, wenn man einmal ein Picknick machen möchte oder den Kindern zwischendurch Obst schneiden will.
  • Ich finde es auch praktisch, mehrere Stoffsäckchen dabei zu haben, um der eigenen Ordnungswut Herr zu werden – Beispielsweise kann man dort die ganzen Kinderspielsachen in zwei Minuten hineinsammeln und sie liegen nicht mehr im Durchgang zwischen Bad und Bett. Sie eignen sich weiterhin für die Schmutzwäsche, als Fach für die Kinderunterwäsche und zur Aufbewahrung der vielen Kleinigkeiten, die sich mit der Zeit so ansammeln.
  • Außerdem gibt es meistens zu wenige Kleiderbügel in den Unterkünften, aber das nur am Rande.
  • Wer Wert darauf legt, im Urlaubsland nicht sofort als Tourist aufzufallen, sollte sich vergegenwärtigen, dass die Italiener viel Wert auf Kleidung legen. Strandkleidchen und kurze Hosen sieht man in Italien wirklich nur am Strand und weder im Restaurant noch bei dem abendlichen Flanieren an der Strandpromenade. Die Garderobe, die man zu Hause an einem schönen Sommerabend im Restaurant tragen würde, ist in Italien also ebenfalls passend und kann getrost eingepackt werden.

Navigation vor Ort und WLAN

Wenn man mit dem Auto anreist, sollte man sich gegebenenfalls schon im Vorfeld mit der Frage beschäftigen, welches Navigationssystem man nutzen möchte. Ich kann beispielsweise von der Karte für Italien des Anbieters Navigon nur abraten. Sie ist veraltet, unzuverlässig und ungenau und hat mir viele unschöne Momente beschert – sorry, Navigon.

Nach einigen weiteren nur mäßig zufriedenstellenden Versuchen mit unterschiedlichen Navigationssystemen bin auf mein Online-Navi im Telefon umgestiegen. Für Datenroaming gibt es Monatsangebote speziell für das europäische Ausland von den Netzbetreibern. Die Bandbreite wird zwar eventuell (je nach Anbieter) nach der vertraglich vereinbarten Höhe reduziert, aber man kann Zusatzvolumen kaufen. Das rechnet sich im Vergleich zu mancher kostenpflichtigen Navigations-App schon und bietet den schönen Nebeneffekt, dass man überall online ist. Freies WLAN ist in Italien nicht sehr verbreitet. Überhaupt habe ich auf meiner Reise nur in Ausnahmefällen WLAN nutzen können. Gerade wenn man in bergigen Regionen unterwegs ist, ist es schon ein Luxus, wenn man ein starkes Telefonnetz hat. Bezüglich Datenroamning wird die Gesetzgebung der EU auch immer besser und die Roaminggebühren sinken tendenziell.

Hotel oder Appartement mit Selbstversorgung?

Ich persönlich mag lieber Appartements mit Selbstversorgung, weil es mich flexibler macht und unseren Verpflegungsgewohnheiten mehr entspricht. Meine Tochter zum Beispiel isst ständig. Eine Stunde nach dem Essen sagt sie: „Mama, ich habe Hunger!“ Und erwartet einen Teller Nudeln mit Tomatensoße. Klar, dass sie den nun nicht zum zweiten Mal bekommt, aber der Joghurt, das Müsli oder die Kekse sowie das Obst sind dann meist vorhanden, wohingegen man im Hotel schon größere Schwierigkeiten hat, diese Herausforderung anzugehen.

Die Schattenseite eines Appartements ist, dass man natürlich selbst viel mehr Arbeit hat. Einkaufen, Essen zubereiten, Abwaschen, Aufräumen – alles wie im Alltag zu Hause. Häufig ist ein goldener Mittelweg ganz gut – mittags essen gehen und abends zu Hause oder je nach Gelegenheit. Wichtig ist, dass alle mithelfen, der Koch hat ja auch Urlaub. Andererseits liebe ich die Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte in Italien und gehe dort gern schauen, was es für tolle Dinge gibt, die man zu Hause nur im Feinkostgeschäft bekommt.

Wer lieber i Hotel geht, sollte vorher schauen, wie die Essenszeiten sind. Wie ich unten noch weiter ausführe, halten sich die Italiener recht genau an Mittags- und Abendessenzeiten, dazwischen gibt es meist nichts. Schön ist dann ein Zimmer mit Kühlschrank.

Weiterhin sollte geprüft werden, ob man eigene Badetücher mitnehmen muss, das gilt für Appartements wie auch für Hotels, denn die hauseigenen Handtücher dürfen häufig nicht mit an den Strand genommen werden.

An dieser Stelle möchte ich die Agritourismo Unterkünfte für Italien bewerben: Sie sind sehr kindgerecht, denn Agritourismo darf sich nur nennen, wer auch Landwirtschaft betreibt und damit gibt es oft auch Tiere vor Ort: Hunde, Katzen, Hühner, kleine Küken, vielleicht sogar Pferde und Ziegen…

Schön ist auch, dass es eine familiäre Atmosphäre gibt und sehr gutes Essen. Meist darf man mit den Kindern durch die Beete wandern und kann rätseln, aus welcher Pflanze welches Gemüse oder Obst stammt. Natürlich nachhaltig.

Essenszeiten in Italien

Insbesondere in ländlichen Regionen halten sich die Restaurants streng an die Mittags- und Abendessenzeiten. Das heißt, dass vor 12 oder 13 Uhr und nach 15 Uhr bis zum Abend die Restaurants schließen. Am Nachmittag nach dem Ausflug ein richtiges Essen zu bekommen ist dann nicht möglich. Fast Food Ketten sind nicht besonders verbreitet. Manchmal findet man mit Glück eine Bar, die Focaccia oder Sandwiches anbietet. Aber gerade in den Bergen oder auf dem Land sollte man sich nicht darauf verlassen und lieber ein Picknick einpacken. Dies kann man gut in den Macellerien erstehen, die Schinken, Käse, Wurst, ein wenig Brot und Obst anbieten. Vielleicht hier an das Taschenmesser denken?

In den touristischen Zentren wie Siena oder Pisa ist das jedoch anders, dort kann man auch zu anderen Zeiten etwas bekommen. Auch kleine Pizzabäcker, die Pizza zum Mitnehmen anbieten oder bei denen man direkt an Stehtischen essen kann, haben oft den ganzen Tag über geöffnet.

Wir haben versucht, uns den Sitten des Landes anzupassen und zu den gleichen Zeiten zu essen wie die Italiener, aber bis man den Groove raus hat ist der Urlaub meist schon zur Hälfte rum. Aber mit unserer kleinen Kühltasche sind wir nicht verhungert.

Anreise mit dem Auto

Berlin Ligurien mit dem Auto, alleine mit zwei Kindern, geht das? Gut? Ja, wenn man ein paar Dinge beachtet, klappt das eigentlich stressfrei.

Zunächst haben wir eine Kühltasche gepackt, aus der sich die Kinder auf dem Rücksitz selbst bedienen konnten. Die Kinder durften zum Teil mit auswählen, was sie an Verpflegung mitnehmen wollten. So konnten sie sich während der Fahrt immer wieder selbst bedienen und wussten genau, was sich in der Verpflegungs-Schatzkiste befand. Das hat mir ein ständiges „Mama, ich habe Hunger“ erspart und den Kindern Spaß gemacht.

Dann ist es schön, wenn man die Strecke auf mehrere Tage aufteilen kann. Das ist natürlich nicht immer machbar. Wenn man es jedoch möglich machen kann, ist die Anreise für die gesamte Familie nicht so anstrengend.

Die Zwischenstopps, die wir bei unserer Reise eingebaut haben, waren sorgfältig ausgewählt. So haben wir die erste Nacht bei Freunden verbracht, die einen großen Garten hatten, in dem die Kinder am Abend noch herumtollen konnten und ich mich nicht um die Organisation des Abendessens kümmern musste – sehr angenehm.

Im Süden der Republik wird die Fahrt eindeutig abwechslungsreicher. Wir haben uns viel Zeit gelassen, morgens loszufahren, was wir mit einem kleinen Stau bezahlen mussten. Dennoch war es mir wichtig, dass wir entspannt losfahren konnten, ich selbst nicht zu müde war und die Kinder zumindest schon ein wenig Auslauf hatten. Es war toll, uns mit Zwetschgendatschi, Brezeln und Semmeln einzudecken, denn die Rasthöfe in der Schweiz sind recht teuer für deutsche Maßstäbe.

Wir wählten die Route über den San Bernardino, um über die Alpen zu kommen und hatten Glück: Kein Stau, tolle Aussicht, entspanntes Fahren… und immer wieder Burgen, Schluchten oder kleine Kirchen, auf die ich die Kinder aufmerksam machen konnte. So wurde die Fahrt nicht langweilig.

Die zweite Übernachtung legten wir in Brenta am Lago Maggiore ein, um das erste Italien Feeling zu bekommen. Hier konnten wir abends Pizza / Pasta essen und am nächsten Morgen noch eine Weile am Strand spielen und schwimmen – erst nach einem guten Mittagsessen am Strand und dem obligatorischen Gelato ging es weiter auf die Reise. Und die Kinder hielten erst einmal Mittagsschlaf.

Die letzte Etappe bis nach Santo Stefano al Mare, das recht weit im Westen Italiens liegt, ist nun nicht mehr allzu weit. Dennoch hat es wieder sechs Stunden gedauert. Die Autobahn vom Lago Maggiore bis nach Genua ist neu, leer und etwas langweilig, da sie durch recht flaches Land führt. Die letzten 130 Kilometer sind dann allerdings toll! Die Autobahn wurde am Bergkamm gebaut, so dass sich eine spektakuläre Aussicht auf das Meer mit Tunnelsystemen abwechseln. Es geht schnell voran, lässt sich gut fahren und die Kinder sind beschäftigt – mit dem Staunen über das Meer, dem Zählen von kleinen Burgtürmen oder Kirchenspitzen oder dem Messen der Tunnellängen. Die Zeit verging wie im Flug.

An dieser Stelle ein paar Worte zu Autobahngebühren: Wer die Fahrt über den San Bernardino wählt, muss damit rechnen, für die Schweiz und Österreich Vignetten kaufen zu müssen, die dann sichtbar an der Windschutzscheibe des Wagens angebracht werden müssen. Auch wenn es nur ein paar Meter durch Österreich geht, empfiehlt sich unbedingt der Kauf der Vignette, da gerade an diesen Stellen häufige Kontrollen stattfinden. Die Vignette für die Schweiz ist eine Jahresvignette, für Österreich kann man zwischen verschiedenen Laufzeiten wählen.

Die Mautgebühr in Italien wird unterschiedlich erhoben. Es gibt Fälle, in denen man an den Autobahn-Mautstellen zunächst ein Ticket zieht und später erst an der Ausfahrt zahlt. So zum Beispiel auf der Fahrt vom Norden Italiens bis zur Küste in Ligurien. In der Toskana war es eher üblich, direkt einen bestimmten Betrag zu zahlen, der angezeigt wird. In allen Fällen ist das System einfach und unkompliziert. Es ist allerdings angeraten, genug Bargeld dabei zu haben. Es gibt zwar die Möglichkeit, mit ec-Karte zu zahlen, was aber länger dauert und zu hupendem Protest derjenigen führen kann, die noch in der Schlange warten.

Hörspiele, Hörbücher und interaktive Bücher

Aber machen wir uns nichts vor: Die Fahrt auf der Autobahn beispielsweise von Berlin nach München wird erst ab Nürnberg leidlich spannend – davor hilft nur eins: Hörspiele und Hörbücher. Wir haben gleich auf der Avus in Berlin den Zauberer von Oz eingelegt. Vier CDs, Spannung und vor allem auch eine Geschichte, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen gut hören können – Danke, Senta Berger, für die abwechslungsreichen Stimmen und den einfühlsam gesprochenen Text.

Ich empfehle an dieser Stelle, auf die verschiedenen Konzepte der Hörspiele und Hörbücher zu achten. Auf der langen Fahrt in den Urlaub ist es toll, wenn man lange Hörbücher dabei hat, die die Kinder fesseln und die die Zeit schneller vergehen lassen. Für kurze Strecken im Urlaubsland selbst sind dann Hörspiele angebrachter, da sie Abwechslung bieten und auch während einer kürzeren Strecke gehört werden können. Sie können aber für uns Erwachsene je nach Geschmack etwas nervtötender sein.

Es sollte also für alle Lebenslagen etwas dabei sein und auch okay sein, wenn die Eltern einmal sagen, dass sie ein bestimmtes Hörspiel nun nicht hören wollen. Auch empfehlen kann ich selbstausgedachte Rätsel oder Spiele, Ratespiele in Hörspielform und ebenso interaktive Bücher, die die Kinder selbst bedienen können. Wenn die Kinder noch nicht lesen können, sind sie so mit den angebotenen Entdeckungsaufgaben und Ratespielen beschäftigt.

Ein paar Tipps für entspannte Tage und Abende

Auto als Lager nutzen

Wer mit dem Auto fährt, kann sich immer kleine Flaschen mit stillem Wasser unter die Vordersitze legen. Sie bleiben recht kühl und sind super zum Mitnehmen auf alle Ausflüge – zum Trinken, Hände waschen, Wunde ausspülen, Fleck entfernen usw.

Einige Hörspiele für die Fahrt am besten auch gleich im Auto lagern, damit sie nicht vergessen werden.

Grissinis eignen sich sehr gut als Snack für zwischendurch und werden nicht so schnell alt.

Restaurantbesuche

Es empfiehlt sich, das Restaurant so auszuwählen, dass es an einem geschlossenen Platz liegt, sich in der Fußgängerzone oder an der Strandpromenade befindet oder einen Garten hat, der Raum zum Spielen gibt – der beste Ort ist natürlich direkt am Strand!

Gute Erfahrungen habe ich mit Restaurants gemacht, in denen schon mehrere Familien mit Kindern sitzen. Kinder beachten sich gegenseitig und benehmen sich anders (häufig etwas gesitteter), wenn noch andere Kinder im Raum sind.

Wenn man selbst mehrere Gänge essen will, sollte man darauf achten, dass das Essen für die Kinder gleich mit dem ersten Gang kommt. Oft wird man auch danach gefragt.

Sollten die Kinder nicht mehr durchhalten, kann man das Dessert in Form von Eis während eines letzten Spaziergangs essen, wie das auch viele Italiener machen. Es ist günstiger als im Restaurant und es gibt auch noch etwas zu gucken.

Und nun: Viel Spaß im Urlaub!

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