Ein Ausflug im Italienurlaub – nur Eis essen ist schöner!

So macht auch ein Ausflug im Italienurlaub auch mit Kindern Spaß – die Frage nach der nächsten Eisdiele ist dann Teil des Programms!

Wer keine Lust hat, jeden Tag am Strand zu liegen, hat in Italien eine Fülle von Möglichkeiten, um sich die Zeit zu vertreiben. Berge, Seen, Wandertouren, kleine Dörfer und Städtchen, Weingüter und Olivenfabrikationen, dazu kommen noch diverse kindgerechte Attraktionen wie Badelandschaften und ähnliches.

Ich habe auf meiner Reise versucht, nicht nur Dinge zu tun, die speziell für Kinder interessant sind, sondern die die ganze Familie begeistern können. Wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet, sind fast alle Aktivitäten mit kleineren Kindern möglich. Wichtig aus meiner Sicht ist, dass man das Tempo und die Interessen der Kinder mit bedenkt, wenn man einen Ausflug plant. Es macht aus meiner Sicht beispielsweise keinen großen Sinn, wenn man versucht, im Dom von Siena den kompletten Baedeker Reiseführer durchzuarbeiten, während sich die Kinder auf den Kirchenbänken langweilen. Auf der anderen Seite ist es durchaus möglich, gerade kleinere Kinder für einen Rundgang durch ein mittelalterliches Dorf zu begeistern. Und toll ist es auch, wenn man es schafft, seine Tasche oder den Rucksack so leicht zu halten, dass er nicht zum Ballast wird. Ein paar Tipps zu Ausflügen verschiedener Art im Folgenden.

Kurzer Ausflug

1,5 – 2 Stunden vor Ort plus Fahrzeit –> halber Tag

Aufwand: Gering

Proviant: Kekse und Getränke

Was steht auf dem Programm?

Besichtigungen von Kirchen und kleinen Städtchen und Dörfern

Besichtigungen und Stadtrundgänge sind mit Kindern immer so eine Sache. Die Eltern interessieren sich für die besondere Architektur und möchten noch eine Weile das Gemälde aus dem 14. Jahrhundert betrachten, die Kinder nörgeln herum, weil ihnen langweilig ist und sie zur nächsten Attraktion weiter wollen – dem Eisladen.

Da ich diese Reisetipps aus der Perspektive des alleinreisenden Erwachsenen schreibe, fiel bei mir die Möglichkeit, den Partner mit den Kindern schon mal zur Gelateria zu schicken, um selbst in Ruhe die Gemälde zu Ende betrachten zu können, aus. Ich habe mir etwas anderes einfallen lassen, was prima funktioniert hat und allen Spaß bringt.

Kinder im Alter von etwa 4-7, vielleicht auch älter, sind häufig sehr interessiert an der Zeit der Ritter, Piraten und Könige, also dem Mittelalter. Ich habe die Besuche in Kirchen und die Stadtrundgänge in alten und kleinen Städtchen und Dörfern also mit einer Geschichte über die Zeit begonnen, in der die Kirche, die Burg oder die Stadtmauer errichtet wurden. Wenn man bereits im Auto damit anfängt, die Kinder zu fragen, was sie über Ritter schon wissen, ihnen erzählt, dass man nun in eine Stadt fährt, in der früher Ritter gewohnt haben oder damals Piratenüberfälle an der Tagesordnung waren, sind die Kinder bereits neugierig und haben Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Man kann nun ruhig mit einer Kirche beginnen, in der alte Deckenmalereien, religiöse (oft sogar blutrünstige) Wandgemälde oder Statuen zu sehen sind und mit ihnen zusammen überlegen, welche Szenerie oder welche Person dargestellt ist. Die Kinder haben dann meist Fragen: „Warum hat der Mann denn einen Rock an?“ „Warum wurde Jesus ans Kreuz genagelt?“ „Wieso haben Engel Flügel?“ Ich habe festgestellt, dass Kinder ein großes Interesse entwickeln, wenn man sie mit einbezieht, ihre Fragen ernst nimmt und versucht, sie zu beantworten – und den Besuch nicht zu lang werden lässt. Nach 10-15 Minuten in einer Kirche war bei uns immer Schluss und wir sind weitergegangen.

Im Anschluss sind meist noch Fragen der Kinder offen, so dass eine kleine Rast mit Getränk und Keks auf einem Spielplatz oder unter schattigen Bäumen gut passt. Danach können die Kleinen nach der Konzentrationsphase wieder ein wenig toben und vor allem laut sein.

Nun ist ein Stadtspaziergang thematisch schon eingeläutet. Bestimmt findet man auf dem Weg durch die Straßen alte Häuser, Brunnen oder Statuen, die ebenfalls an die Zeit erinnern, über die man gerade noch gesprochen hat. So führte uns unser Ausflug in die Altstadt von San Remo zur Frage nach den Abwasserkanälen des Mittelalters, wir haben uns vorgestellt, ob damals Esel die Lasten getragen haben und ob die Kinder früher das Wasser aus den Brunnen holen und nach Hause schleppen mussten. Besonders die schmalen Gassen und vielen Treppen in den Bergdörfern faszinieren Kinder – ist das nun eine Straße oder ein Geheimgang? Ist das da drüber eine alte Tür zu einem Keller oder zu einem Verließ? Hat der Pirat mit seinen Mannen es damals geschafft, über die Stadtmauer zu klettern oder haben die Bewohner heißes Wasser über die Mauern geschüttet, um sie zu vertreiben? Oder etwa sogar andere eklige Sachen?

Auch hier haben wir nach einer Stunde Schluss gemacht und sind wieder gefahren. Aber diese Stunde hat allen Spaß gemacht und wir haben gemeinsam ein wenig über die Zeit erfahren, in der die kleine Stadt / das kleine Dorf erbaut wurde – ganz ohne Langeweile und der Frage, wie lange es denn noch dauert, bis der nächste Eisladen kommt.

Zum Auffrischen und mit kindgerechten Informationen versehen, dabei angenehm kurz und prägnant sind die Informationen von:

http://www.welt-geschichte.de

Langer Ausflug

Etwa 6 Stunden inklusive Fahrzeit –> ganzer Tag

Aufwand: Mittel

Proviant: Kommt ein wenig auf die Bereitschaft & Gelegenheit an, Geld für Restaurants ausgeben zu wollen sowie die Frage, ob man danach noch an den Strand will.

Immer gut sind natürlich Getränke (vielleicht sogar in einer kleinen Kühltasche, wenn vorhanden), Kekse/Knabberzeug für zwischendurch oder Obst, wenn es nicht matschig wird, Badetasche, wenn die Gelegenheit da sein wird zu baden. Alles Weitere hängt dann von jedem selbst ab. Ein Picknick kann man auch noch unterwegs kaufen, dann aber das Taschenmesser nicht vergessen.

Empfehlenswert ist es, die Dinge so zu packen, dass man für jede Aktivität eine kleine extra-Tasche hat. Niemand möchte sich an den Badesachen abschleppen, obwohl gerade die Burgbesichtigung ansteht. Ich habe eine 30×60 cm große Kühltasche, in die in der Höhe 0,5 l Flaschen hineinpassen sowie etwas Obst und belegte Brote/Brötchen. Für eine 3-4 köpfige Familie reichte das für ein kleines Picknick völlig aus. Eine kleine Mülltüte dabei zu haben ist auch immer dankbar.

Was steht auf dem Programm?

Für Tagesausflüge gilt meiner Meinung nach dasselbe wie für kurze Ausflüge: Die anspruchsvollen Dinge, bei denen sich die Kinder konzentrieren müssen oder leise sein sollten, sind am besten am Anfang des Ausflugs ausgehoben. Sollte das nicht möglich sein, sollte man vorher Austobe-Gelegenheiten einbauen.

Aber grundsätzlich ist ja nun erst einmal die Frage zu beantworten, welche Ausflüge mit kleinen Kindern zwischen 4 und 7 Jahren überhaupt Sinn machen. Meine Antwort ist: alles, wozu die Kinder einen Bezug herstellen können. Super sind natürlich Burgen, die es in Italien zu Hauf gibt.

Ausflugsziel Burgbesichtigungen

Hierbei gilt dasselbe wie in den Beschreibungen aus dem Halbtagesausflug: Keine Jahreszahlen machen eine Burg für Kinder interessant, sondern die Frage, ob hier mal ein echter König gewohnt hat oder „nur“ ein Ritter. Wo man in der Burg auf Toilette gehen konnte und dass die doch tatsächlich diesen Erker benutzt haben… dass das Burgfräulein den ganzen Tag nur sticken und Harfe spielen durfte aber eigentlich viel lieber herumtoben wollte… ich glaube, jedem fallen so viele kindgerechte Geschichten zu einer Burg ein, dass ich hier nicht weiter ausholen muss. Und wem doch einmal die Phantasie fehlt, lese doch vor der Reise beispielsweise den Ritter Trenk vor (oder nehme das Hörbuch mit auf die Fahrt), darauf kann man sehr gut Bezug nehmen, wenn man eine Burg besichtigt – oder danach durch einen Wald streift.

Ausflugsziel Badestellen in den Bergen

Wer in Italien Urlaub macht, insbesondere im nördlichen und mittleren Teil, wird sicher Ausflüge in die Berge machen, um eventuell ein Weingut zu besichtigen, Olivenöl zu kaufen oder alte pittoreske Städte und Bergdörfer zu besichtigen. Häufig gibt es in den Bergen kleine Wasserläufe, an denen es natürliche Badestellen gibt. Die örtlichen Hotels und Gastgeber der Unterkünfte vor Ort wissen, wo es solche Stellen gibt. Mit Kindern sind solche Orte Gold wert. Nach der Besichtigung des Bergdorfes, des Weinguts oder der Olivenfarm ist es perfekt, wenn man die nächste Etappe an einer solchen Badegelegenheit einplant. Und ganz ehrlich: Ein Handtuch reicht völlig aus, auch wenn man zu viert ist. Lieber wenig mitnehmen und entspannt ein wenig weiter bis zur einsameren Stelle in den Bergen kraxeln als vollbepackt nur bis zum ersten Bassin zu kommen, in dem alle anderen auch sind – es sei denn, man mag es trubelig.

Ausflugsziel Kombination Burgenbesuch und Strand – Mittagspause einplanen

Wir haben auch oft einen Städte- oder Burgbesuch am Vormittag mit einem Ausflug an den Strand am Nachmittag kombiniert. Diese Reihenfolge kommt auch den Temperaturen entgegen – ab 13 Uhr hatten wir nur noch wenig Lust, durch aufgeheizte Städte zu laufen. Wir haben in diesen Fällen versucht, unseren Rhythmus dem der Italiener anzupassen und haben eine lange Mittagspause eingelegt. Auch wenn die Kinder dann oft noch überschüssige Energie hatten und herumtoben wollen, haben wir versucht, einen schattigen Ort zu finden, an dem wir lange sitzen und etwas vernünftiges Essen konnten und vielleicht im Anschluss noch einen Caffé und ein Eis bekamen. Diese Ruhephase hat uns allen gut getan und hat uns dann wieder die Energie für den anschließenden Strandbesuch gegeben.

Allerdings war dann ab dem späten Nachmittag endgültig alle Power verbraucht und wir sind zur Unterkunft zurückgefahren, um nach einem ruhigen Abendessen alle todmüde, aber glücklich, ins Bett zu fallen.

Städte mit Kindern anschauen

Beispiel: Rom

Rom mit kleinen Kindern im August anzuschauen ist vor allem eines: wahnsinnig heiß. Man sollte sich gut überlegen, ob man sich Rom überhaupt zu dieser Jahreszeit besuchen möchte. Nicht umsonst fliehen die Römer aus ihrer Stadt ans Meer.

Grundsätzlich sind die Strecken, die zwischen den Sightseeing Punkten liegen, für Kinderbeine sehr lang. Schatten ist auch nicht immer vorhanden, so dass es passieren kann, dass man über große Plätze in der heißen Sonne laufen muss, was für die Kinder noch sehr viel anstrengender ist als für Erwachsene.

Eine Möglichkeit ist es, die hop-on-hop-off-Busse zu nutzen. Die Tickets gelten 24 Stunden, man steigt an den gewünschten Orten aus und schaut sich punktuell die Sehenswürdigkeiten an, die von Interesse sind.

Da es Sehenswürdigkeiten aus vielen verschiedenen Epochen gibt, wäre eine Möglichkeit, sich beispielsweise nur die Orte auszusuchen, die sich um das alte Rom drehen. Dann klappt auch wieder die Einbeziehung der Kinder mit Hilfe von Geschichten über die alten Römer, Gladiatoren, den Circus Maximus mit seinen Pferdewagen-Rennen und den Löwenkämpfen im Kolosseum.

Unsere Erfahrung war, dass die Kinder sehr schnell voll sind von den vielen Eindrücken. Die Kirchen mit ihrer prunkvollen Ausstattung erschlagen die Kinder und es ist schwierig, ihr Interesse zu fokussieren. Gleichzeitig ist es hier auch schwieriger, sein eigenes Interesse an den Betrachtungen zugunsten der Kinder zurückzunehmen, denn man möchte selbst ja auch etwas sehen und die fantastischen Kunstwerke betrachten.

Es könnte gut sein, dass Rom besser mit Kindern zu besuchen ist, wenn man mehrere Tage zur Verfügung hat und die Sightseeing Besuche an den touristischen Stellen auf viele kurze Stationen verteilen kann. Dann kann man sicher auch einmal die schönen Abendstunden genießen, durch kleinere und ruhigere Straßen wandern und die Stadt besser auf sich wirken lassen. Hierzu hat Robert Dunker in der Welt einen tollen Erfahrungsbericht geschrieben, der sich durchaus als nachahmenswert liest.

Ein Tagesbesuch im Sommer in Rom mit kleinen Kindern hat sich für uns als recht anstrengend erwiesen. Insbesondere wenn man selbst zum ersten Mal in Rom ist und sich daher keine günstige und für Kinder machbare Tour überlegen kann, ist es sehr fraglich, ob es ein schöner Ausflug wird.

 

Beispiel: Siena

Siena war im Vergleich zu Rom sehr viel einfacher und entspannter zu meistern und hat auch den Kindern viel Spaß gemacht.

Auch hier bin ich nach dem Prinzip verfahren, die Dinge, die ich persönlich gern anschauen wollte, zuerst zu machen. Die Kinder haben noch Lust, sind offen und interessiert und lassen sich leicht begeistern. Hier ein paar Eindrücke von unserem letzten Siena Besuch:

Wie es ja typisch ist für die Ausflüge vieler Familien, dauerte es dann doch etwas länger, bis man tatsächlich losgefahren, am Ziel angekommen und das Auto glücklich auf einem freien Parkplatz oder in einem der Parkhäuser abgestellt hatten. Als wir dann endlich die Innenstadt erreichten war als erstes das Wort „Hunger“ zu vernehmen. Die Restaurants schlossen gerade. Also haben wir uns mit ein paar kleinen Broten, Saft, Wasser und Caffé in einer Bar gestärkt, was uns insgesamt fünf Euro gekostet hat – das war schon einmal ein günstiger Einstieg.

Da ich schon mehrfach in Siena war, konnte ich den Kindern die Entscheidung überlassen, ob sie Lust hatten, sich in die lange Schlange zu stellen, die sich vor den Ticketverkäufen für den Dom gebildet hatten. Die Kinder hatten keine Lust, so haben wir den Dom von außen betrachtet und uns kurz im Schatten auf den Bänken ausgeruht, die an einigen Seiten des Doms zum Verweilen einladen. Dann ging es weiter zur Piazza del Campo.

An einem Tag im Juli und an einem Tag im August findet in Siena das Palio, Sienas berühmtes Pferderennen statt. Der Aufbau des Rennens, also Bestuhlung und die Abtrennung der Rennbahn, wird beibehalten, der Campo ist also weiterhin „bestuhlt“. Das heißt, dass die Tribünen, auf denen die Zuschauer des Palio sitzen, immer noch aufgebaut sind und der Platz damit ein Arena-Ambiente hat. Die Kinder haben sich daher gut vorstellen können, wo die Pferde entlanglaufen und haben dann nichts weiteres gewollt als aus dem Lehm, der auf der Rennbahn verteilt war, Kügelchen zu formen und damit zu spielen.

Nach der Aufforderung, einen möglichst hübschen Eisladen zu finden, der die kleinste Schlange davor aufwies, waren die Kinder vollauf zufrieden und wir schlenderten weiter durch die Straßen. Dank der Lehmkügelchen und der Eiscreme hatte ich sogar ein wenig Zeit, in den ein oder anderen Laden zu schauen und dem Sale zu frönen, der im August in Siena die alten Kollektionen aus den Läden spülen soll. Am späten Nachmittag fuhren wir dann wieder nach Hause.

Fazit: Mittelgroße Städte wie Siena, Pisa, Florenz usw. sind mit Kindern gut zu machen, wenn man seine eigenen Sightseeing-Bedürfnisse etwas reduziert und die Kinder vielleicht sogar mitentscheiden lässt. Lange Schlangen sind besser im Schatten auszuhalten und zermürben ganz schön, vielleicht manches lieber nur von draußen betrachten.

Ob das Eis zur Belohnung für besonders braves Verhalten in der Kirche klappt, ist aus meiner Sicht fraglich – lieber mittendrin mal eine Pause am Brunnen mit Eis machen. Volle Straßen mit leeren abseitigen Gassen abwechseln entlastet vom Stress des Gewusels. Und langsam gehen macht mehr Spaß als von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen – so bekommt man auch mit, was die Kinder sich ansehen und an dem man selbst vielleicht achtlos vorbeigelaufen wäre. Das Motto „weniger ist mehr“ ist auch für die Anzahl der Sehenswürdigkeiten kein schlechter Ratgeber. So können sich die Kinder eher an das Gesehene besser erinnern und ihr Interesse flacht nicht zu schnell ab, weil sie nichts mehr aufnehmen können.

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