Ostern auf Mallorca

Wir waren in den Osterferien 2018 auf Mallorca. Der Hauptgrund für mich war die Recherche zu Mallorca for kids, unserem Reiseführer für Kinder. Der Hauptgrund für den Rest der Familie war: Juhuu, Osterferien auf Mallorca!

Wir sind das erste Mal mit einer All-Inklusive-Reise unterwegs, mit allem drum und dran: Flug, Hotel, All-you-can-eat-Buffet und dem obligatorischen Bändchen am Arm: dezentes Hellblau.

Warum eine All-Inklusive-Pauschalreise? Weil es für Mallorca zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns entschieden haben zu buchen, das Günstigste war. Da bei uns einige Reisen dieses Jahr anstehen, wollten wir nicht zu viel ausgeben. Wir hatten leider das Pech, dass die Air Berlin Pleite genau zu dem Zeitpunkt begann, als wir buchen wollten. Damit wurden die Flüge plötzlich sehr teuer. Ein großer Reiseanbieter hat da die besseren Konditionen. Außerdem: 2 Wochen sind nicht viel, um für einen neuen Reiseführer zu recherchieren. Da hatte ich dann doch keine Lust auf eine zwar hübsche Finca, aber mit leider auch hübsch viel Arbeit wie Einkaufen, Essen machen, Aufräumen und, und, und.

Der Start ist schon einmal super

Das Hotel in Alcudia ist wirklich schön, das Buffet ist klasse, die Kinder kriegen alles, was sie möchten, keine langen Diskussionen über das Essen (was bei uns normalerweise immer ein Thema im Urlaub ist) und wir waren schon am Strand. Zwar wird die Sonne erst morgen hier erwartet, aber wir haben die richtigen Klamotten dabei und lassen uns von ein paar Tropfen nicht abschrecken. Und ein Kirchenbesuch war auch schon drin: die Kirche Sant Jaume in der Altstadt von Alcudia, Ende des 19. Jh. erbaut, mit sehr schönen Heiligenfiguren und einem beindruckenden Hauptaltar in gotischem Stil und einer barocken Seitenkapelle. Da Palmsonntag ist, haben viele Gottesdienstbesucher Palmwedel mitgebracht. Wir verlassen die Kirche vor dem Beginn des Gottesdienstes und wandern wieder zum Hotel.

Ostern auf Mallorca: unser zweiter Tag auf der Insel

Ach toll, die Sonne scheint! Wir stehen mit dem guten Gefühl auf, heute eine Menge erleben zu können. Auf dem Plan steht: Auto mieten, Wanderroute aussuchen, Picknick einpacken und los!

Wir entscheiden uns für die sehr bekannte Wandertour „Talpaia d’Alcudia“ auf der nördlichen Halbinsel Victoria. Diese Tour liegt nahe unserer Unterkunft und wird quasi in jedem Reiseführer on- und offline, den wir verfügbar haben, angepriesen. Es gibt einen Parkplatz an dem Restaurant Mirador de Sa Victoria, der schon recht voll ist, als wir am späten Vormittag eintreffen. Auch die Tour selbst ist nicht gerade einsam, aber das ist nicht tragisch: Trotz der vielen Wanderbegeisterten, die wir treffen, gibt es genügend Momente, in denen wir ganz allein mit der tollen Aussicht sind.

Die Route führt normalerweise zu einem Strand. Da ja nun trotz sonnigen 16 Grad Ostern auf Mallorca noch kein Badewetter ist, entscheiden wir uns an dem ersten Wegweiserschild auf dem Pfad, den kleinen Weg zunehmen, der entlang der Holzgeländer den Berg hinauf führt. Die Kinder fanden den breiten, steinigen Wanderweg zu eintönig. Und wirklich: Dieser Pfad, der uns bis auf einen der Gipfel der Bergkette führt und am Schluss nur noch aus Ziegensteigen besteht, die mit Steinmännchen markiert sind, ist alles, was das kindliche Wanderherz begehrt: verschnörkelt, rau, abenteuerlich und voller Überraschungen. Man muss ihn allerdings wieder zurück gehen, es ist kein Rundweg.

Wir treffen auf wilde Bergziegen, ersinnen Piratenrouten, lassen uns den Wind auf dem Gipfel um die Nase wehen und können uns an dem Ausblick gar nicht sattsehen. Der Abstieg geht dann schnell, nach 2,5 Stunden sind wir wieder am Parkplatz. Eine tolle Tour!

Vielleicht zu beachten: Im Sommer sollte man unbedingt früher losgehen, die Mittagszeit ist zu heiß. Unbedingt festes Schuhwerk tragen! Man klettert wirklich Felsgestein hoch, es war an einigen Stellen durch den gestrigen Regen matschig, die Wege sind schmal und die Abhänge steil. Ein wenig Kondition sollte auch vorhanden sein. Wer zum ersten Mal mit den Kids wandert und ihre Ausdauer und Kraft noch nicht einschätzen kann, sollte vielleicht nicht mit dieser Tour starten.

Für Pferdefreunde: Reiten gehen

Am nächsten Tag war erst einmal Reiten angesagt. Unsere Tochter ist ein absoluter Pferdenarr. Leider ergeben sich im Alltag nicht sehr viele Gelegenheiten für sie, ihrer Leidenschaft nachzukommen, da wir mitten in der Stadt leben. So müssen wir dann im Urlaub immer ran: Jedes Pferd wird mit Entzückungsrufen kommentiert, und wenn sich irgendwo die Gelegenheit ergibt, Reiten zu können, ist sie die erste, die mit großen, bittenden Augen vor uns steht. Also lassen wir uns erweichen.

Es gibt hier im Norden der Insel eine Ranch, die sich Ranxo Ses Roques nennt. Dort kann man für 22€ (Preis 2018) eine Stunde in einer geführten Gruppe Reiten. Die Touren starten am späten Vormittag um 11:30 Uhr, ggf. ändern sich die Zeiten im Hochsommer. Am späten Nachmittag um 17 Uhr gibt es eine weitere, 2-stündige Tour. Ich bin mitgeritten, die Pferde waren sehr brav – naja, bis auf meines, das offensichtlich von vielen Moskitostichen gepeinigt das ständige Bedürfnis hatte, sich zu kratzen. Dazu ging es: ab in den Busch. Dummerweise hatte das Pferdchen vergessen, dass ich ja auch noch da war – nun ja. Am lustigsten war es, als das Hinterteil dran war und Pferdchen sich den Popo an den Dornen rieb!

Der Ritt war ganz schön, ging aber durch sehr steinige, schmale Pfade und zum Teil durch tiefen Matsch. Das ist wohl jahreszeitbedingt, aber ich weiß nicht recht, ob das so toll ist für die Tiere. Die Leute waren jedenfalls sehr freundlich und haben sich bemüht, dass es allen Spaß gemacht hat.

Kaktusfeigen an der Ermita

Am Nachmittag haben wir einen Ausflug ins Innere der Insel gemacht. Ich wollte für eines meiner Reiseführer-Kapitel recherchieren: „Nützliche Bäume und Pflanzen“. Da ich gelesen hatte, dass es in den zentralen Landesteilen noch recht viel Landwirtschaft gibt, sind wir nach Vilafranca de Bonany gefahren, um dort zu Ermita zu wandern. Die Wanderung wird auch im Reiseführer „Wanderspaß mit Kindern – Mallorca“ von Steve Keller beschrieben. Diesen Reiseführer kann ich für wanderfreudige Familien empfehlen.

Diese Tour jedoch leider nicht so sehr. Für uns Erwachsene war es interessant, an den Gewächshäusern und Feldern entlangzuwandern, die Kids fanden den doch recht bequemen Wanderweg ziemlich öde. Vielleicht ist er etwas für Familien, die mit Kinderwagen unterwegs sind. An der Ermita angekommen konnten wir den Ausblick bewundern, haben Picknick gemacht und uns natürlich die schöne Ermita angesehen. Der Abstieg ging dann natürlich schneller. Immerhin: Wir haben Kaktusfeigen probiert! Lecker!