Öland – Vimmerby – Jonköping – Grämma: der zweite Teil unserer Schwedenreise.

Das Wild-Campen auf Öland hat eigentlich sehr gut geklappt. Wir haben einen sehr schönen Platz gefunden (an der Westküste bei Degerhamm) und dort zwei Nächste verbracht, hatten aber Pech mit dem Wasser. Es war ziemlich muffelig und stank stark nach Schwefel. Davon einmal abgesehen war es schwierig, ohne Surferschuhe hineinzugehen, die ersten Meter vom Strand weg war Steinboden. Naja, so richtig Lust hat das nicht gemacht zum Baden, aber der traumhafte Blick auf das Meer hat uns mehr als entschädigt. Und wir haben Waldspaziergänge gemacht, sind zum Dörfchen gelaufen und haben Brombeermarmelade gekocht – natürlich aus selbstgepflückten Brombeeren. Zusammen mit den Pfannkuchen vom Papa – ein Gedicht!

Am dritten Tag auf Öland haben wir etwas Sightseeing betrieben: Das Freiluftmuseum Himmelsberga war unsere erste Station, ein hübsches Museum in Form eines kleinen Dörfchens, das zeigt, wie die Leute vor etwa 200 Jahren auf Öland gelebt haben. Die kleinen Häuser sind im alten Stil eingerichtet, es gibt ein hübsches Café und ein kleines Gemüsefeld.

Danach haben wir uns noch Borgholms Slott angeschaut, eine der größten Burgen Europas und ein echtes Erlebnis – besonders für Kids, die auf Rittertum stehen. Die Burg ist riesig. Es gibt keine Dächer mehr, da sie mehrere Male abgebrannt und nach dem letzte Mal nicht wieder aufgebaut wurde, Teile wurden jedoch so weit instand gesetzt, dass heute verschiedene Ausstellungen in der Burg Platz gefunden haben. Es gibt eine kreativ umgesetzte Ausstellung über die Zeit der Könige, die hier gelebt haben sowie auch moderne Kunst, aktuell bei unserem Besuch japanische Origamikunst, die modern und farbenfroh daherkommt.

Auf dem Rückweg von Borgholm in Richtung Süden wollen wir eigentlich wieder einen einsamen Platz finden, was uns aber leider nicht gelingt. Zu viele Schilder mit einem durchgestrichenen Wohnmobil zeigen uns, dass das Wildcampen hier wohl offensichtlich überhandgenommen hat – oder die Camper den Platz nicht so verlassen haben, wie sie ihn vorgefunden haben. Jedenfalls finden wir nichts, es wird langsam spät und so gehen wir auf den nächstbesten Campsite, einen weiteren Viersternecampingplatz (First Camp Ekerum), der mit Pool, Restaurant mit Live-One-Man-Show, frischen Brötchen und Verleih von Fahrutensilien aufwartet, mit denen die Kids UNBEDINGT über den Campingplatz donnern wollen. Das Wasser ist hier allerdings super, besonders wegen des Stegs, der zum tieferen Teil führt – herrlich erfrischend!

Am nächsten Tag geht es wieder hinüber auf das Festland in Richtung Vimmerby. Den ausführlichen Bericht darüber lest ihr hier. Unsere beiden nächsten Übernachtungen finden wir über die Park-4-Night-App, auf der vermeintlich einsame Plätze zum Campen aufgeführt sind. Allerdings sollte man nicht hoffen, an diesen Stellen einen wirklich einsamen Platz zu finden – zumindest nicht um diese Jahreszeit. Die App wird von zu vielen, meist deutschen Travellern und Wohnmobil-Urlaubern genutzt, daher ist auf den romantischen Oasen in der Wildnis fast weniger Platz als auf einem offiziellen Campingplatz . Aber natürlich sind die Orte sehr schön und meist an einem See. Wer es einsam mag, geht einfach ein paar Schritte.

Nach dem ausgiebigen Vimmerby-Erlebnis-Tag sind wir weitergefahren in Richtung Jonköping zum Vätternsee. Hier haben wir uns zum ersten Mal ein kleines „Schwedenhäuschen“ gemietet (Lovsjöbadens Camping). Da wir nicht im Vorfeld gebucht haben und es auch keine ganze Woche benötigen, blieb nur eines auf einem Campingplatz. Das Häuschen ist ganz niedlich, hat aber kein fließendes Wasser und auch kein eigenes Bad, nur Tisch, Stühle, zwei Doppelstockbetten und einen Kühlschrank. Unser Ausblick von der kleinen Terrasse ist jedenfalls super: Direkt auf einen kleinen See!

Nun können wir am nächsten Morgen einen tollen Ausflug nach Gränna machen. In Gränna werden die berühmten Polkagris hergestellt, rot-weiße Zuckerstangen, die es mittlerweile natürlich in verschiedensten Formen und Geschmacksrichtungen gibt. In vielen der Shops, die Polkagris verkaufen, kann man den Zuckerstangen beim Entstehen zusehen. Das Ganze ist natürlich ein sehr hübsches Mitbringsel – und die Shops sind auch sehr liebevoll gemacht. Obwohl es im Reiseführer heißt, dass sich durch das Örtchen die Autoschlangen ziehen würden, finden wir es dennoch nicht überfüllt und sehr angenehm, wir schlendern von einem Lädchen in das nächste und probieren die verschiedenen Bonbons. Dann machen wir erst einmal einen Ausflug mit der Fähre auf die gegenüberliegende Insel Visingsö, auf der man sehr schön Fahrradfahren und Spazierengehen kann.

Hier gibt es übrigens auch Lunch: Wie in vielen schwedischen Restaurants kann man auch im Restaurant Framnas lunchen: Das beinhaltet ein Essen oder Buffet, ein Getränk, ein Dessert und Kaffee, für Erwachsene kostet es pro Person 100 SKR, für Kinder etwas weniger, wir haben zwischen 80-60% gezahlt. Den Tipp hatten wir von einem holländischen Ehepaar, die wir auf Fehmarn kennengelernt haben – danke noch mal dafür!