Serie Nachhaltigkeit: Reisen verursacht CO2 – was tun?

Hand aufs Herz: Wenn wir reisen, verursachen wir in den meisten Fällen mehr CO2, als wenn wir zu Hause bleiben. Das ist so. Was tun? Völlig auf das Reisen verzichten wollen die Wenigsten von uns. Aber wir können uns dessen bewusst werden und versuchen, unseren COs-Abdruck so gering wie möglich zu halten.

Dabei haben wir eine Menge Möglichkeiten: Beispielsweise genau darüber nachzudenken, ob wir wirklich fliegen müssen oder ob das Urlaubsziel nicht auch mit Bus und Bahn oder zur Not auch mit dem Auto erreichbar ist. Ob die Länge der Reise im Vergleich zu ihrer Dauer angemessen ist. Ein Wochenendtrip nach Lissabon? Eine Woche auf die Malediven? Da kommt man schon ins Grübeln, wenn man über die Treibhausgase nachdenkt, die da verpulvert werden. Eine Fernreise ist etwas Tolles – aber für so kurze Zeit? Für 2 Nächte in eine andere europäische Stadt: Muss das wirklich sein?

Und wer jetzt immer noch ein lautes „Ja!“ im Kopf hat, kann sich ja einmal mit einem CO2-Ausgleich beschäftigen. Ich stelle euch heute ein tolles Projekt vor, das ihr gleich hier um die Ecke findet und das man normalerweise auch besuchen kann – momentan hat allerdings der Biber einen Strich durch meine Besichtigungspläne gemacht und das schöne Moor geflutet. Also ein anderes Mal. Aber die Infos über das Moor, von dem ich spreche, will ich euch dennoch nicht vorenthalten. Lest also, wie man seinen CO2-Abdruck durch eine Spende an Moor-Futures wieder schrumpfen lassen kann.

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MoorFutures – Klimaschutz mit der Magie der Moore.

Regionale Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen: für Klima-, Umwelt- und Naturschutz.

Hüfthohe Gräser, seltene Blumen, Hunderte von Libellen schwirren durch die Lüfte, Frösche quaken und Kraniche steigen auf – Nasse, intakte Moore sind wertvolle Ökosysteme, die eine wichtige Rolle für den Landschaftswasserhaushalt, die regionale Klimaregulierung und die biologische Vielfalt spielen. Dass Moore auch einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten, ist weit weniger bekannt.

Trocken gelegte Moore

Naturnahe Moore speichern in ihren nassen Böden große Mengen Kohlenstoff. Doch zur Nutzbarmachung für die Landwirtschaft, den Städte- und Straßenbau wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein Großteil der deutschen Moore trocken gelegt.

In Folge dieser Entwässerung wird der Kohlenstoff aus den Moorböden freigesetzt und reagiert dann an der Luft zu dem gefährlichen Treibhausgas Kohlendoixid. Zum Beispiel in Brandenburg, einem der moorreichsten Bundesländer Deutschlands, sind die entwässerungsbedingten Emissionen aus Mooren eine der Hauptquellen für die Freisetzung von Treibhausgasen. So übersteigen sie die jährlichen Emissionen des gesamten Straßenverkehrs.

Renaturierung der Moore

Das Klimaschutzangebot „MoorFutures“ der Flächenagentur Brandenburg GmbH hat sich zur Aufgabe gemacht, trockengelegte Moore wiederzuvernässen, um den Austritt klimaschädlicher Treibhausgase zu stoppen und dem Moor seine Speicherkapazitäten wiederzugeben. Dabei wird der Wasserstand im Moor angehoben, um den Boden im Gebiet feucht zu halten, die baulichen Eingriffe in die Natur werden immer mit Rücksicht auf die vorhandenen Tiere und Pflanzen durchgeführt. Für einen Zeitraum von 50 Jahren ist das Projekt gesichert und wird fachmännisch begleitet und von staatlichen Stellen kontrolliert.

Das konkrete Kompensationsprojekt in Brandenburg, das Niedermoorgebiet „Rehwiese“, liegt zwischen Nassenheide und Liebenwalde nördlich von Berlin. Die Wiedervernässung der Rehwiese ist das erste „MoorFutures“-Projekt in Brandenburg, weitere Projekte gibt es in Mecklenburg Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Investition in regionalen Klimaschutz

Die Wiedervernässungsprojekte finanzieren sich durch den Verkauf von „MoorFutures“-Emissionszertifikaten. Jeder kann in diese freiwilligen Klimaschutzprojekte investieren, Privatpersonen, Unternehmen oder Organisationen. So kann man zum Beispiel Veranstaltungen klimaneutral durchführen oder auch einen ganzen Geschäftsbetrieb kompensieren, ebenso Autofahrten oder Flugreisen. Dabei entspricht der Kauf eines »MoorFutures« dem Ausgleich einer Tonne CO2. Die kleinere Größe ist der „MoorFrosch“, entsprechend dem Ausgleich für 100kg CO2, was ungefähr genug ist, um 1000 Auto-Kilometer zu kompensieren. Ein Oneway-Flug von Berlin nach New York verursacht ca. 1,2 Tonnen CO2 pro Person.

Die „MoorFutures“ bieten die Möglichkeit, regional seine CO2-Emissionen zu kompensieren und zusätzlich etwas für lokalen Umwelt- und Naturschutz zu tun. Vor Ort kann jeder sich von den Erfolgen der „MoorFutures“-Projekte selber überzeugen, die Moorflächen sind frei zugänglich und bieten einen interessanten Einblick in den Fortschritt der Arbeit. Hier sollten allerdings die Gummistiefel im Gepäck nicht fehlen.

COPYRIGHT

Alle Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung der Flächenagentur Brandenburg GmbH.

Weitere Infos unter:

www.moorfutures-bb.de

https://www.facebook.com/MoorFutures/

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Prima!

Jetzt haben wir unsere An- und Abreise CO2-technisch ja schon einmal „gereinigt“. Und vor Ort? Wie oft habe ich schon darüber nachgedacht, was für einen Aufwand die vielen Hotels, Ressorts und Touristenattraktionen betreiben, die man im Urlaub besucht. Auch dabei entstehen eine Menge Emissionen: Durch die Wäsche, den Transport von A nach B, die Berge von Essen, die von den Buffets wieder in die Küche wandern – und nicht selten im Müll landen.

Genau hier setzt ein das Start-Up Travel & Plant an, um uns auch bei der Reise die Möglichkeit zu geben, bewusst und nachhaltig unterwegs zu sein. Wie das geht, erfahrt ihr im Anschluss.

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Tourismus und Nachhaltigkeit – ein Start-Up macht es möglich

Die Tourismusbranche boomt, Reisen ist ein fester Bestandteil unserer Kultur geworden. Sei es der Familienurlaub an der Nordsee oder die lang ersehnte Fernreise, sie alle haben eins gemeinsam: Durch Flüge, Autofahrten und sogar durch den Hotelaufenthalt werden Emissionen verursacht, die sich negativ auf Klima und Umwelt auswirken. Gar nicht zu reisen stellt für die meisten allerdings keine gute Alternative dar.

Mit diesem Zwiespalt hat sich das Start-Up TRAVEL & PLANT aus dem nordhessischen Gudensberg befasst und eine einfache Lösung für ein schier unlösbares Problem gefunden: Sie vermitteln weltweite Aufforstungsprojekte für Tourismusunternehmen und geben diesen so die Chance, ihren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Denn jeder Baum auf unserer Erde kompensiert ca. 10kg CO2 pro Jahr aus unserer Atmosphäre.
Das Besondere: Jeder Reisegast kann, gemeinsam mit seinem Reiseanbieter, mit wenigen Klicks dazu beitragen, seinen Urlaub nachhaltiger zu gestalten.

Auf der TRAVEL & PLANT -Homepage kann jeder Gast sein Tourismusunternehmen vorschlagen. TRAVEL & PLANT stellt daraufhin für diesen Betrieb, unabhängig von Größe, Region und finanziellen Möglichkeiten, eine kostenlose „Baumzählerseite“ mit Baumspende-Funktion zur Verfügung. Auf diese Art und Weise kann jeder Einzelne, mit wenig Aufwand, seinen Beitrag zu einem umweltfreundlichen Tourismus leisten. Gutes Tun ist kinderleicht und jeder Reisegast, auch die Kleinsten, hilft, ein lebenswertes Morgen zu gestalten.

TRAVEL & PLANT wurde von der Tourismusmanagerin Katja Ladage ins Leben gerufen. „Ich möchte JEDEM Tourismusunternehmen und JEDEM Reisegast die Möglichkeit bieten, sich bereits mit wenig Aufwand für den Umwelt- und Klimaschutz zu engagieren. JEDER Reisegast und JEDES Tourismusunternehmen kann so bereits einen Baum für 1€ pflanzen lassen“, betont sie.
Tourismus nachhaltig zu gestalten ist ihr eine Herzensangelegenheit.

www.travelandplant.de

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Und jetzt wir!

Es hilft ja nichts: Wenn wir nicht gegensteuern, sind die heute schon spürbaren Veränderungen des Klimas erst der beschauliche Anfang. Denjenigen, die es heute bereits mit heftigen Stürmen, sinnflutartigem Regen oder viel zu langen Trockenphasen zu tun haben, kommt vermutlich schon heute vieles zu spät. Gerade deshalb kann jeder von uns eine Menge tun, um das Klima zu schützen. Fangen wir bei uns selbst an!

Nächste Woche gibt es hier wieder eine Verlosung – die Woche drauf geht es weiter mit unserer Serie Nachhaltigkeit – bleibt dran!