Endlich Ferien! Zumindest in Berlin ist es heute soweit: Die Kinder kommen schon nach der 3. Stunde strahlend nach Hause, knallen den Schulranzen in die Ecke, um ihn volle 6 Wochen nicht mehr anzusehen und haben – frei! Und wir auch, zumindest, was den ganzen Schul-Orga-Termine-Klassenarbeiten-Frühaufstehen-Wahnsinn angeht. Ich freu mich! Und noch mehr, dass ich euch zur Feier des Tages eine geballte Ladung Tipps für euren Mallorca-Urlaub präsentieren kann! Damaris vom schönen Blog Mallorca für Kinder hat uns diesen Gastartikel anvertraut – und ich wette, diese Geheimtipps kennt ihr auch noch nicht alle!

Schöne Ferien!

Die schönsten Familienstrände

Auch wenn Mallorca viel mehr als nur Wasser und Strand zu bieten hat, kommen die meisten Familien sicher genau deswegen auf die Mittelmeerinsel. Und es gibt wohl auch kaum etwas entspannteres als in der Sonne zu liegen und den Kindern beim buddeln und planschen zuzuschauen. An diesen Stränden klappt das am besten:

Playa de Alcúdia

Der Strand von Alcúdia hat alles, was ein Familienstrand braucht: Feinen Sand, weite Flächen, Spielplätze, Duschen und WCs. Er ist leicht mit Kinderwagen zu erreichen und das einzige Problem, dass man bewältigen muss, ist einen Parkplatz zu finden. Sofern man denn von weiter her kommt. Ein kleiner Nachteil: Er liegt inmitten eines touristischen Ballungsgebietes. Allein ist man dort also nicht. Aber das ist man bei Badewetter eh an den wenigsten Stränden.

Der Strand von Camp de Mar

Auf der entgegengelegen Seite Mallorcas, in der Nähe von Andratx, befindet sich der Strand von Camp de Mar. Ebenfalls ein touristisch geprägter Ort, aber dennoch ruhig und familiär. Uns gefällt vor allem die kleine Insel, die der Küste leicht vorgelegt ist und über einen kleinen Steg erreicht werden kann. Auf der Insel gibt es ein nettes, kleines Restaurant, in dem man sehr gute mallorquinische Hausmannskost essen kann.

Playa de Muro

Der Strand von Muro gehört meiner Meinung nach zu einem der am meisten fotografiertesten in den sozialen Medien. Kaum jemand der noch nicht die Stege gesehen hat, die ins offene Meer führen. Der Playa de Muro liegt zwischen Alcúdia und Can Picafort und bietet unglaublich viel Fläche, ganze 5,5 Kilometer. Das Wasser ist so seicht, dass selbst kleine Kinder meterweit ins Meer laufen können, ohne dass sie mit mehr als den Knien im Wasser stehen. Das bereits entspannt uns als Eltern. Einen weiteren Pluspunkt bekommt dieser Strand, weil er über eine natürliche Schattenzone verfügt.

Der Strand Es Trenc

Das Gegenstück zum Playa de Muro im Süden Mallorcas. Auch er ist sehr familienfreundlich, weitläufig und seicht. Für Kinder gibt es unendliche Möglichkeiten zum Spielen sowohl im Wasser als auch im Sand. Kleinere Felsen eignen sich um Krebse und Garnelen zu jagen. Wir empfehlen den Zugang von Ses Covetes. Dort befinden sich einige nette Bars und Restaurants an denen man Eis oder auch ein wenig mehr essen kann.

Parc Natural de Mondrago

Der Naturpark im Südosten der Insel hat gleich mehrere Strände. Und noch ein wenig mehr. Er eignet sich vor allem für Familien mit aktiveren Kindern, die nicht die ganze Zeit am Strand hocken wollen. Im Naturpark können sie Tretboot fahren, auf dem Spielplatz spielen und mehrere Wanderpfade durch das Reservoir abgehen.

Wandern und Klettern

Gerade in der Nebensaison hat sich Mallorca mittlerweile einen guten Ruf bei den Wanderfreunden erarbeitet. Speziell im Tramuntanagebirge, aber nicht nur dort, sind die Wanderwege professionell ausgeschildert. Und viele Strecken eignen sich in leicht abgewandelter Form auch für Familien, zum Teil sogar mit ganz kleinen Kindern.

Cala Deià

Deià ist ein kleiner schmucker Ort, den viele Urlauber zumindest schon einmal passiert haben. Denn er liegt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Sòller und Pollença. Ich dachte immer, der Ort habe außer ein wenig Boheme wenig zu bieten. Und lag damit komplett falsch. Denn es gibt einen netten Rundgang, der vom Ort hinab an die Küste führt, zur gleichnamigen Bucht. Dort sind früher die Fischer ausgelaufen. Heute ist es vor allem ein Ort, an dem man Wanderer und Badeurlauber antrifft. Der Ausflug dauert je Strecke nicht mehr als eine Stunde. An der Bucht gibt es im Sommer ein kleines Restaurant. Baden kann man hier auch, aber es ist sehr steinig und Badeschuhe sind angebracht.

Um den Cuber Stausee

Das Herz des Tramuntanagebirges am Fuß des imposanten Puig Major. Auch hier verwende ich ungern den Begriff Wanderung. Spaziergang trifft es eher. Die Strecke ist eben und bis auf einen kleinen Abschnitt über den Damm asphaltiert und auch für Kinderwagen geeignet. Es geht einmal um den Stausee herum, vorbei an dem wohl beliebtesten Refugium der Insel. Es kommt ohne großen Luxus wie Wasser und Strom aus, und ist trotzdem meistens belegt. Gleich daneben gibt es einen der zahlreichen Grillplätze Mallorcas, an denen außer in den trockenen Sommermonaten gegrillt werden kann.

Zum Piratenleuchtturm am Cap de Andritxol

Auch am Meer kann man wandern. In der Gemeinde Calvia bietet sich dazu die Halbinsel Andritxol dazu. Denn dort steht, als kleine Motivation für kleine Wanderer, ein Piratenleuchturm. Eigentlich nennt man diese alte Wehranlagen Wehrtürme oder Leuchttürme. Aber Piratenleuchtturm klingt dramatischer. Sie dienten früher dazu die mallorquinische Bevölkerung rechtzeitig vor drohenden Angriffen zu warnen und mit dem Leucht- oder Rauchsignalen gleichzeitig die Zentrale in Palma zu verständigen. Der Wehturm am Cap de Andritxol ist über eine leichte Wander- und Klettertour von Cala Fornells aus zu erreichen. Wer sich traut und noch Kraft hat, kann die Halbinsel auch bis zum Meer hin begehen.

Zur Burganlage in Alaró

Die Wanderung zur Burg von Alaró ist eine sehr klassische Familienwanderung für viele Mallorquiner. Als wir sie mit unseren Kindern unternahmen, glich das ganze einer Pilgerfahrt. Es gibt verschiedene Varianten für diese Tour. Familien mit älteren Kindern können im Ort starten und ersparen sich die nervenaufreibende Anfahrt zum Restaurant Es Verger. Von dort führt ein kleiner Waldweg leicht steigend zur Burg hinauf. Wer schnell auf den Gipfel will kann vom Restaurant auch einen Steilaufstieg wählen und dort mit den wilden Ziegen um die Wette klettern. Oben angelangt wird man mit traumhaften Panoramablicken belohnt. Wer mag, kann in der Burganlage übernachten.

Der Hexenberg bei Llucmajor

Diese Wanderung ist etwas anspruchsvoller, was aber nicht an der Länge des Ausfluges, sondern an der zu überwindenden Höhe liegt. Fast 400 Höhenmeter sind in 15 Minuten. Und einen ausgeschilderten Weg gibt es nicht. Dafür geht es über Stock und Stein. Bergab rutschte unser Kleiner freiwillig auf dem Hosenboden. Für die Kinder war das sehr spaßig. Der Blick auf der höchsten Spitze des Puig de Ses Bruixes entlohnt wie immer für vieles. Der Legende nach lebten hier früher Hexen, bis König Jakob anreiste, ein Kreuz aufstellte und dem Spuk ein Ende bereitete. Heute sind es vor allem hiesige Wanderer und Kletterer, die man dort antrifft.

Was tun bei Regen

Viele Urlauber verzweifeln regelmäßig, wenn es einmal einen Tag regnet. Verständlich, wenn man sich auf Sommer und Sonne eingestellt hat. Die schlechte Nachricht: Auch auf Mallorca regnet es. Die gute: Es gibt mehr für Regen geeignete Ausflüge als Regentage auf der Insel.

Höhlen

Mallorca gleicht unterirdisch einen Schweizer Käse: Über 4000 Höhlen sind bekannt. Die Legenden erzählen, dass dort die Meermenschen leben. Und der ein oder andere Drache. Einer davon diente als Namensgeber der bekanntesten Höhle auf Mallorca: Den Drachenhöhlen in Portocristo. Neben dieser Höhle gibt noch vier weitere Tropfsteinhöhlen, die für Besucher offenstehen: Die Cuevas del Hams, ebenfalls in Portocristo. Die Höhlen von Artà und Campanet. Und eine kleinere Höhle in Palma, die Höhlen von Genua. Die Höhlen in Portocristo punkten vor allem mit viel Lichtspektakel und Show, wohingegen die anderen eher familiär und weniger pompös gehalten sind. Unser Favorit sind die Höhlen von Campanet.

Museen

Museen gibt es auf Mallorca überall und für alles. Besonders hervorheben möchte ich das Freilichtmuseum in Esporles, La Granja. Dabei handelt es sich um ein altes Herrenhaus, in dem das mallorquinische Leben von vor mehreren hundert Jahren nachgestellt wird. Für die Kinder gibt es Tiere zum Streicheln und für die Eltern Wein zum Verkosten. Alle sind glücklich.

Ein zweites, sehr schönes Museum befindet sich in Artà. Unsere Familie liebt Geschichten und Mallorca hat viele zu erzählen. Über 400 um genau zu sein. Viele davon sind nur in alter mallorquinischer Schrift überliefert. Die bekanntesten Märchenfiguren wurden jedoch von einem mallorquinischen Bildhauer aus Lehm und Pappmaché erstellt. Sie haben in einem kleinen Stadthaus in Artà eine Bleibe gefunden und erzählen den Besuchern dort ihre Geschichten.

Vom Thema das komplette Gegenteil bietet das Militärmuseum San Carlos in Palma. Es geht hier um Waffen und Kriegsgeräte. Die Ausstellung befindet sich in einer alten Festung, direkt am Hafen. Von dort kann man, wenn man keine Lust auf Kanonen hat, auch einfach die Aussicht bei einem Kaffee genießen. Der Eintritt ist frei.

Aquarium

Jeder der Mallorca besucht, sollte zumindest einmal die Unterwasserwelt des Mittelmeeres gesehen haben. Das geht im Palma Aquarium. Dort trifft man nebenbei auch auf exotischere Tiere und seit neustem einen digitalen Wal. Als Regenalternative bietet sich das Aquarium der Inselhauptstadt auch deshalb an, weil es einen Indoorspielplatz hat, auf den sich der Nachwuchs an den ganz verregneten Tagen so richtig austoben kann.

Weniger aktiv geht es im Besucherzentrum in Colonia de Sant Jordi zu. Das Aquarium dort simuliert einen Tauchgang zur südlich liegenden Insel Cabrera. Das Archipel ist ein Naturpark und beheimatet eine große Artenvielfalt, die man im Aquarium ohne nass zu werden bestaunen kann. Wir mögen vor allem die familiäre Atmosphäre hier. Und den Fakt, dass es nicht so überlaufen wie in Palma ist.

Kinderfreundliche Restaurants

Gehen wir das Thema einmal anders herum an: Es gibt eigentlich keine kinderunfreundlichen Restaurants auf Mallorca. Zumindest habe ich noch keines gefunden. Die Mallorquiner sind sehr kinderfreundlich und erwachsene Spanier im oft lauter als deutsche Kinder. Es ist vollkommen normal, dass es nicht leise ist, wenn viele von ihnen zusammensitzen. In den richtig authentischen Restaurants beschweren sich oft auch die Deutschen, dass es zu laut ist. Was dort aber nie an den Kindern liegt.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Restaurants, die sich noch ein wenig mehr auf den Besuch von Familien eingestellt haben. Meist in der Form einer Spielecke oder dergleichen, an denen die kleinen nach Herzenslust toben können, während die Eltern noch ein wenig in Ruhe essen. Die meisten dieser Lokale befinden sich im Ballungsraum um Palma. Aber auch kleinere Betriebe in touristischen Gebieten haben sich auf den Besuch kleiner Gäste eingestellt.

Spielplatz und freilaufende Tiere

Eines dieser Restaurants ist das Mesón Son Ferrer, das sich in Calvia befindet. Neben zwei Außenterrasen gibt es dort auch einen großen Spielbereich mit zwei Hüpfburgen, ein Mini-Fußballfeld, einem Spielplatz, Ententeich und freilaufenden Kaninchen. Das Menü ist weit gefächert, mit Schwerpunkt auf der mallorquinischen Küche.

Zu Tisch mit den Dämonen

Ein weiteres zu empfehlendes Restaurant ist das Ca‘l Dimoni in Algaida im Inselinneren. Neben dem Spielbereich und der mallorquinischen Küche ist es hier vor allem der kleine Teufel, der den Nachtisch serviert, der den Besuch dieses Lokales zu einem Erlebnis macht. Dazu muss man verstehen, dass die Tradition der Dämonen auf Mallorca weit verbreitet ist. Kaum ein Fest kommt ohne die Gestalten aus. Einheimische Kinder wissen also sehr gut, dass die furchtigen Gestalten nur Spaß machen und manchmal sogar Süßigkeiten verteilen.

Der Nachtisch kommt mit dem Zug

Wer es weniger gruselig mag kann das Restaurante Trens besuchen, ein Themenrestaurant in Palma in der Nähe der Markthallen von Santa Catalina. Dort werden die Tische von Modelleisenbahnen umkreist. Der Nachtisch wird dort mit den Zügen an den Tisch transportiert. Schön ist auch der detailreiche Nachbau des Tramuntanagebirges. Zu essen gibt es hier deftige mallorquinische Hausmannskost. Einen Nachteil hat dieses Lokal allerdings: Es ist fast unmöglich einen Parkplatz in der Nähe zu finden.

Mallorca for kids

Und natürlich darf bei eurer Reise das passende Buch nicht fehlen! Also schnell noch Mallorca for kids in eurer Lieblingsbuchhandlung holen – und auf geht es auf die Sonneninsel!

Britta Schmidt von Groeling / Illutié

Mallorca for kids

€ 16,80, Klappbroschur, 72 Seiten

ISBN 978-3-946323-08-2