Im letzten Teil des Interviews hat uns Lilith von der CamperOase schon einige super Tipps mit auf den Weg gegeben. Jetzt geht’s ins Eingemachte: Was sollte jede Familie beim Campen definitiv dabei haben? Lasst euch die Tipps vom Profi nicht entgehen.

Das sollte jede Familie beim Campen dabeihaben

Interview mit Lilith von der CamperOase

Weniger ist mehr

Wichtiger ist meiner Meinung nach die Frage: Was sollte sie NICHT dabei haben? Denn wenn ich eines aus Erfahrung sagen kann, ist es, dass zu viel Gepäck das Ende der Camperfreuden ist. Wir hatten in einem unserer ersten Urlaube mit mehreren Kindern in einem Minicamper von Surfbrettern, Kiteausrüstung, Klettersachen, Wanderkleidung, Schwimmsachen inklusive aufblasbarer Delfine bis hin zu Fotoausrüstung, Büchern und Spielsachen wirklich alles dabei. Gleichzeitig hatten wir noch kein gutes Konzept die Sachen zu verstauen. Wenn wir an einem Campingplatz ankamen, waren wir viele Stunden beschäftigt, alles so aus- und umzupacken, dass man überhaupt schlafen konnte. Dann haben wir nie gefunden, was wir brauchten. Wir waren permanent am suchen, räumen, ein- oder auspacken. Und nach zwei Tagen musste dann alles wieder eingepackt werden, damit wir zum nächsten Platz weiterfahren konnten. Das hat wieder viele Stunde in Anspruch genommen. So sind wir natürlich gar nicht dazu gekommen, all die Dinge zu benutzen, die wir dabei hatten.

Aktiv sein

Ich denke, es ist ganz wichtig, sich zu überlegen, was wirklich hilfreich ist und sich auf eine Aktivität schwerpunktmäßig zu beschränken. Sollte man dann doch unvorhergesehen Klettern wollen oder ein Surfbrett benötigen, kann man das auch vor Ort ausleihen. Wir haben oft Fahrzeuge wie Roller oder Fahrräder für die Kinder dabei, damit sie damit auf dem Campingplatz rumfahren können und sich bei Stadttagen damit fortbewegen können. Bei Plätzen, die in Stufen angelegt sind und nur Schotterwege haben, macht ein Roller keinen Sinn, ein Fahrrad vielleicht schon. Spielsachen nehmen wir ansonsten gar nicht mit, dafür Sachen, die man am Strand oder auf der Wiese gebrauchen kann, wie Frisbees, Ball oder Schaufel. Natürlich ein paar Bücher und handliche Spiele – die nutzen wir erst so richtig, seit auch der Jüngste soweit ist, dass er mitspielen kann.

Kleidung sollte man wirklich nur sparsam einpacken, und auch sonst hilft es, sich zu sagen, dass man ja in ein zivilisiertes Land fährt, wo man notfalls alles bekommt, was fehlt. Wenn man nur ein Baby hat, ist das nicht so relevant, da kann man großzügiger packen. Wir mit drei mittelgroßen Söhnen ersticken aber innerhalb von Minuten im Chaos, wenn wir mehr dabei haben, als es gut zugängliche Staufächer gibt.

Packtaschen als Wunderwaffe

Und da kommt nun ein Tipp, was ich tatsächlich jedem empfehlen würde: Packtaschen. Wir haben Packtaschensets, wo jeder seine eigene Farbe hat und jede Tasche oben ein Netz hat, sodass man sehen kann, was drin ist. Kind 1 hat blaue Taschen, Kind 2 schwarze, Kind 3 grüne. Jeder hat eine Tasche für T-Shirts, eine für Pullis, eine für Hosen – ihr versteht das Prinzip. Diese Taschen kommen in die Schränke im Camper, die ja oft sehr wenig unterteilt sind. Man kann sie in die großen Fächer einfach reinschmeißen und es ist trotzdem aufgeräumt und jeder findet seine Sachen sofort, ohne die Kleidung aller Mitreisenden auf dem Camperboden zu verteilen (und danach natürlich liegen zu lassen – „ist nicht meins“…). Es kostet natürlich beim Wäsche wegräumen etwas Zeit, alles in die richtigen Taschen zu stecken, aber die Zeit hat man sofort wieder eingespart, wenn morgens nicht alle wild durchs Wohnmobil rennen und Socken oder ein sauberes Shirt suchen.

Hätte mein Mann diese Frage beantwortet, würde die Antwort wahrscheinlich anders ausfallen. Er liebt kleine Gadgets, die einem das Leben erleichtern sollen wie Solarlampen, alle möglichen Kabel und Powerbanks, Wäscheleinen mit integrierten Klammern, superkompakte Hängematten usw. Es gibt wahnsinnig viel auf dem Markt und ich sage mal so: wenn man unterwegs dann auch weiß, wo die praktische Sache sich gerade befindet UND sie auch erreichbar ist, ohne dass man zuerst drei Kindersitze abbauen und eine Bank verschieben muss, dann kann man sie einpacken. Ansonsten wird sie unbenutzt den Urlaub genießen…

Welches Land empfiehlst Du mit ganz kleinen Kindern, und welches ist besser mit Teenagern zu bereisen?

Wir haben festgestellt, dass mit einem Baby viele Sachen noch recht gut gehen, die mit Kleinkindern schwieriger sind. Hierzu zählt Wandern oder Städte anschauen. Das Baby sitzt in der Trage und man kann in normalem Tempo laufen. Natürlich muss man öfter Pausen machen, aber grundsätzlich geht das prima.

Kinder zwischen 1 und 4 Jahren sind nicht so die perfekte Wanderbegleitung und auch in Städten ist es eher anstrengend. Sie möchten sich gerne selbst betätigen und nicht nur rumgetragen werden. Für diese Altersgruppe finde ich einen Urlaub entspannt, wo man rund ums Wohnmobil viele kleine Abenteuer findet und es wenige Gefahren gibt. Für beide Altersgruppen kann Neuseeland ein tolles Reiseziel sein, da es dort sehr sicher und die Infrastruktur wirklich gut ist. Man bekommt alles, was man von zu Hause kennt. Es gibt keine Schlangen oder sonstigen gefährlichen Tiere. Man kann Kinder unbesorgt auf einer Wiese spielen lassen. Das Programm wird allerdings anders sein, je nachdem, wie alt das Kind ist. Wegen der großen Entfernung ist Neuseeland für viele nur in der Elternzeit ein sinnvolles Reiseziel, weil es einfach schön ist, wenn man nicht nur drei Wochen zur Verfügung hat. Natürlich kann man auch alle europäischen Länder prima mit Baby und Kleinkind bereisen, aber das geht eben auch später in kürzeren Urlauben noch.

Australien und auch Namibia oder Südafrika würde ich eher mit größeren Kindern besuchen. Besonders in Australien hat man oft wahnsinnig lange Distanzen, wenn man einen klassischen Roadtrip plant und nicht nur an einem Ort bleiben möchte. Die langen Fahrten sind für Kinder ab 8 oder 9 Jahren nicht mehr so schlimm – sie können sich gut beschäftigen und Hörbücher anhören oder lesen. Sie können auch schon besser auf sich selbst aufpassen und halten Hitze besser aus, während ein Baby permanent in seinem Sitz schreien würde. Wenn man ihnen sagt, dass es an einem Ort etwas gefährlich ist und sie sich nicht vom Wohnmobil entfernen sollen, werden sie sich daran halten. Außerdem können sie schon viel mehr von der Reise mitnehmen und wissen, dass sie gerade etwas ganz besonderes erleben. Wildtiere, Naturspektakel oder auch kulturelle Besonderheiten faszinieren sie. Gerade mit Jugendlichen, mit denen es im Alltag zu Hause manchmal anstrengend ist, kann so eine Reise wieder etwas mehr Miteinander und Austausch bringen.

Und noch kurz zu Euch: Ihr seid ein junges Team und wohnt über ganz Deutschland verteilt – wie schafft ihr es, trotzdem einen Team-Spirit hinzukriegen?

Vor Corona haben wir versucht, regelmäßig einmal im Jahr ein gemeinsames Treffen zu machen. Das war immer sehr schön, denn tatsächlich kannten sich einige davor nur aus dem Firmenchat. Das war in den letzten zwei Jahren nicht möglich, soll aber hoffentlich in diesem Jahr wieder stattfinden. Natürlich nutzen wir zusätzlich alles, was die moderne Arbeitswelt bietet. Wir haben jeden Montag einen Videocall, wo wir uns kurz über den Stand der Dinge austauschen und diverse themenbezogene Chats. Ich denke, dass es deshalb gut klappt, weil alle im Team wahnsinnig gerne reisen und einfach sehr gerne diesen Job machen. Als wir letztes Jahr teilweise monatelang gar keine Kundenanfragen hatten, haben einige sich zwischenzeitlich andere Jobs gesucht – jetzt kommen sie gerne zurück, weil sie die Freiheit in unserem Unternehmen schätzen. Es gibt bei uns keine vorgegeben Arbeitszeiten und natürlich viele Urlaubstage. Man kann auch mal von unterwegs arbeiten – hauptsache, die Kunden werden exzellent betreut. Das ist in vielen anderen Jobs so nicht möglich und das wissen alle im Team und schätzen ihre Arbeit bei uns deshalb. Und natürlich sind wir auch eine überschaubare Zahl an Leuten – ich denke, mit 50 Mitarbeitenden wäre es deutlich schwieriger, dieses Gemeinschaftsgefühl beizubehalten.

Ganz lieben Dank für das Interview, liebe Lilith!

Und wer nun Lust auf Campen bekommen hat, den erwartet auch noch eine Überraschung bei der CamperOase. Schaut mal vorbei!

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