Norwegen

Winterurlaub in Norwegen: Nordlichter, Wintersport und Schneezauber

Winterurlaub in Norwegen mit Kindern – nach dem Reisebericht von Carolin Jenkner-Kruel wollt ihr das auch unbedingt, versprochen.

Winterurlaub in Norwegen – los geht’s!

Die Vorfreude könnte nicht größer sein: Wir träumen längst von Nordlichtern, eingeschneiten Wäldern und abenteuerlichen Skipisten. Unser Plan: Wir entfliehen den frühlingshaften Silvestertemperaturen in Deutschland und möchten dort Ski fahren, wo es noch genug natürlichen Schnee gibt. Die Norweger haben das Skifahren schließlich erfunden. Was läge also näher, als sich eines der vielen kleinen Skigebiete nördlich von Oslo zu suchen?

Aber Moment: Gibt das Familienbudget das her? Eine schnelle Internetrecherche ergibt: Die Skipässe sind in Norwegen nicht teurer als in den Alpen. Einzig die Anfahrt ist nicht ohne: Mit der Fähre von Kiel nach Oslo ist man schnell Hunderte von Euro los. Ein Flug kommt allein aus klimaschutztechnischen Gründen nicht in Frage. Bleibt die Anfahrt mit Zwischenübernachtung in Schweden, für die wir uns entscheiden. Zwei Tage und eine Nacht planen wir ein, um 1.400 Kilometer von Ostwestfalen-Lippe bis nach Ringebu im Gudbrandstal zurückzulegen.

Als wir am zweiten Tag die schwedisch-norwegische Grenze bei Strömstad passieren, sieht die Landschaft um uns herum noch grau und grün aus. Doch rund um Oslo beginnt das Winterwunderland. Von der Autobahn E6 erhaschen wir einen Blick auf die berühmte Holmenkollen-Skisprungschanze und bewundern die teils futuristischen Bürogebäude. Einige Kilometer später werden die Häuser weniger, die Autobahn schmaler und die schneebekleideten Bäume und Felsen mehr. 60 Kilometer nördlich von Oslo erstreckt sich der Mjøsa, der größte See Norwegens vor uns – über 100 Kilometer werden wir ihn nicht aus den Augen verlieren, bis wir die Lichter von Lillehammar sehen – jenem Wintersportort, der durch die Olympischen Spiele 1994 berühmt geworden ist und im Norden des Sees liegt.

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Mit Nordlichtern geht’s los

Der Verkehr geht gemütlich voran – von Rasern keine Spur. Das ist auch gut so, denn unter uns ist eine Schneedecke und wer im Winter nach Norwegen fährt, dem sei ein Allradauto wärmstens empfohlen. Bei uns macht er sich bezahlt, als wir zu unserer Unterkunft serpentinenartig hochfahren müssen – bis auf knapp 800 Meter Höhe.

Als wir aus dem Auto aussteigen, traue ich meinen Augen nicht: Wir werden von Nordlichtern begrüßt! Der Zauber des tanzenden, grünen Lichts am Himmel lässt alle die anstrengende Autofahrt vergessen, der Hund wälzt sich im Schnee und die Kinder beginnen eine Schneeballschlacht. Genau so hatten wir es uns vorgestellt – und werden nicht enttäuscht!

Wir bekommen den Schlüssel zu unserer Hütte – ein Holzhaus auf zwei Etagen, eingerichtet für fünf Personen mit Hund. Für eine Woche zahlen wir hier etwa 700 Euro – das empfinden wir über Silvester als eher günstig. Dass die Hütten hier im Dezember so bezahlbar sind, liegt daran, dass die Hochsaison für die Norweger an Ostern ist. Denn dann sind die Tage schon länger, die Sonne wärmt und trotzdem liegt überall noch genug Schnee zum Skilaufen. Die Norweger treffen sich traditionell in den Bergen, essen Kivikk Lunsj (einen norwegischen Schokokeksriegel) und Orangen en masse, treiben gemeinsam Wintersport und genießen das friluftsliv – das Leben an der frischen Luft. Aber zurück zu unserer Unterkunft: Die Langlaufloipen haben wir direkt vor der Tür, und die Lage im Fjell (in den Bergen) ist hinreißend. Zum Skigebiet Kvitfjell müssen wir am nächsten Morgen aber eine halbe Stunde mit dem Auto fahren.

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Abfahrten und Elche im Winterurlaub in Norwegen

Die Kinder sind auch hier hin und weg: Die Pisten sind weder zu voll noch zu einsam, der Skilehrer ist nett und die Abfahrten forden sie heraus. Zwischendurch machen sie Pause in der Wärmestube und genießen das mitgebrachte Picknick und einen Kakao aus dem Automaten. Dem Hund ist es indes zu kalt. Im Auto bei minus 15 Grad kann er nicht bleiben. Am nächsten Tag bleibt er im Ferienhaus und genießt morgens und nachmittags die Runden im Schnee. Gegen 15 Uhr, wenn es im Gudbrandstal dunkel wird, schließen die Lifte und wir genießen in der Hütte die norwegischen Gerichte, die wir im Supermarkt erstanden haben: braunen Käse zum Beispiel (schmeckt ein bisschen nach Karamell), Lefse (eine Mischung aus Fladenbrot und Crêpe) und unterschiedliche Brotsorten. Die Knochen sind müde und die Dunkelheit tut ihr übriges. Aber die Hoffnung auf Nordlichter treibt uns immer wieder in die Kälte. In klaren, kalten Nächten ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu sehen, besonders groß. Einige Apps helfen dabei, den richtigen Zeitpunkt abzuschätzen. Und doch sehen wir sie in diesem Urlaub kein zweites Mal.

Dafür läuft uns auf dem Weg zu unserem Tagesausflug nach Lillehammar eine Elchkuh mit Kalb über den Weg – und dieser Anblick begeistert die Kinder genauso. Auch Lillehammar selbst, mit ihrer kleinen am Hügel gebauten Einkaufsstraße und den hübschen Cafés ist einen Ausflug wert. An der Skisprungschanze beobachten wir das Training der Skispringer und schlendern durch das ehemalige Olympiagelände, von dem man einen wunderbaren Ausblick auf den Mjøsa hat.

Viel zu schnell ist unsere Zeit im Schnee zu ende. Aber es wird mit Sicherheit nicht unser letzter Winterurlaub in Norwegen gewesen sein!

Der Kinderreiseführer

Den passenden Kinderreiseführer hat Carolin Jenkner-Kruehl auch geschrieben: Norwegen for kids ist neben Kanada for kids ihr zweiter Reiseführer für Kinder im World for kids Verlag.