Berlin glüht schon am Freitagmittag. Wollen wir wirklich das ganze Wochenende hier bleiben? Nein, wollen wir nicht. Spontaner Trip an die Ostsee!Leider hatte keiner von uns Zeit, sich um eine Unterkunft zu bemühen, bis wir dann endlich alle im Auto saßen. Und so richtig teuer sollte der Trip auch nicht werden. Bei den einschlägigen Buchungsportalen für Ferienwohnung ist leider für spontane Trips Fehlanzeige. Hier muss man bis 11 Uhr und mindestens 24-48 Stunden vorher gebucht haben – nix für Kurzentschlossene. Egal, wir hatten uns ohnehin kein Essen eingepackt, also suchen wir nach einem Hotel. Puh, ganz schön teuer! Aber wenn man mal über die Grenze rüberschaut: Siehe da, in Swinemünde finden wir ein Apartment für 4 Personen für unter 140 Euro – für 2 Tage wohlbemerkt. Das ist ok. Aber etwas weiter zu fahren, als wir ursprünglich vorhatten. Egal, wir zuckeln los.

Das Hin und Her mit der Buchung bei Booking, das wir auf dem Hinweg kurz vor dem Ziel noch hatten, erspare ich euch jetzt, auch, dass wir noch einige Zeit auf der Straße warten mussten, um an die Schlüssel zu kommen. Und dass wir ein bißchen zu dünne Klamotten eingepackt hatten, war der Hitze in Berlin geschuldet – naja, da war dann Zwiebellook angesagt.

Aber: Wir waren am Meer! Herrlichen langen und breiten Sandstrand gibt es in Swinemünde, man kann von dort aus tolle Strandwanderungen machen oder einfach im Sand buddeln – ähh, die Kinder buddeln lassen.

Die Unterkünfte hier sind recht neu, auch wenn sich die Architektur im alten Stil ausnimmt: Die ziselierten Balkone vor den im 20er Jahre Stil gehaltenen Häuser geben den Bauten viel Charme. Überall blühen die kleinen Vorgärten, die Straßen sind super sauber und auf der breiten Strandpromenade gibt es viele Bänke, auf denen sich die älteren Herrschaften ausruhen und dem Treiben zuschauen. Alles sehr beschaulich hier.

Wir bummeln herum, wandern zum Strand und zurück, essen gut und recht günstig. Die Restaurants bieten viel Fisch und Meeresfrüchte an, ab und an sieht man auch einmal die heimischen Piroggen. Aber die meisten Restaurants führen Pasta, tolle Salate und Fleischgerichte auf ihrer Karte. Bis 22 Uhr sollte man sich jedoch entschieden haben, dann schließen die Restaurants auf der Promenade ihre Küchen, und man bekommt nur noch Getränke. Es gibt hübsche kleine Frühstückscafés, die auch mit köstlichen Torten für den Nachmittag locken. Kredens hat uns am besten gefallen.

Wer Interesse an Schiffen hat, sollte sich beeilen: Die Kruzenshtern liegt gerade in Swinemündes Hafen, eines der ältesten Segelschiffe der Welt. Es wurde 1926 vom Stapel gelassen und hat nun fast einhundert Jahre Seefahrt hinter sich. Man kann es besichtigen – beeindruckend, wenn man an Deck steht und in die riesigen Masten blickt.

Aber auch ohne Segelschiff ist der Hafen einen Besuch wert, denn hierlegen die Fähren der Ostsee an, und es ist immer etwas los.

Und sonst so? An einem kurzen Wochenende muss man natürlich nicht viel machen. Der Strand, die Restaurants und die Eisdielen reichen ja eigentlich. Wem die Ostsee zu kalt ist, kann in die Therme fahren, nur einen Katzensprung gen Westen liegt die Ostsee-Therme. Wer ein Pferde-verrücktes Kind hat – so wie wir – kann eine Kutschfahrt durch Swinemünde machen. Die Kinder durften auf dem Kutschbock sitzen und sogar selbst lenken – das absolute Highlight für unsere Tochter. Und wer gerne Buchweizen und Karamellbonbons isst, dem sei auch ein Besuch im Supermarkt ans Herz gelegt. Für alle anderen bleibt nur: Am Strand liegen und die Seele baumeln lassen!