Freizeitpark Vimmerby – Empfehlung Nummer 1?
Astrid Lindgrens Welt in Vimmerby begeistert Familien mit Pippi Langstrumpf, Michel und Ronja Räubertochter und mehr. In diesem persönlichen Reisebericht teilen wir unsere Erfahrungen aus dem beliebten Freizeitpark in Schweden.
Da wirklich JEDER, dem ich von unserem Vorhaben, nach Schweden zu fahren, erzählt habe, meinte: „Ihr müsst nach Vimmerby!“, sind wir natürlich hin.
Nun wir also auch – Vimmerby. Ich habe mal nachgesehen: So nahezu jede Reisebloggerin, die über Familienreisen bloggt, hat etwas dazu geschrieben. Die meisten sind restlos begeistert, nur eine etwas kritischere, oder sagen wir, differenziertere Stimme habe ich gelesen.
Ich persönlich muss zugeben, dass ich echt lange überlegt habe, ob ich so viel Geld dafür ausgeben will, denn für uns vier sind es fast 145€ Euro Eintritt, die man berappen muss. In der Hauptsaison ab Juli ist der Preis sogar noch ein Stückchen höher. Da habe ich mich schon gefragt, ob es das wert ist.
Lohnt sich Astrid Lindgrens Welt mit Kindern?
Kommt drauf an. Der Freizeitpark in Vimmerby ist kein klassischer Freizeitpark mit Achterbahnen, sondern vielmehr eine große Geschichtenwelt rund um Astrid Lindgrens Figuren. Genau das macht ihn für Familien so besonders.
Für welches Alter eignet sich Astrid Lindgrens Welt?
Vor allem Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter tauchen hier komplett in die Welt von Pippi Langstrumpf, Michel oder Ronja Räubertochter ein. Aber auch Erwachsene entdecken viele Erinnerungen aus ihrer eigenen Kindheit wieder.
Was ist das Besondere an Vimmerby?
Der Park lebt nicht von Attraktionen, sondern von Geschichten, Theater, Kulissen und Figuren, die plötzlich mitten vor euch auftauchen. Man läuft nicht einfach durch einen Freizeitpark – man bewegt sich mitten durch Astrid Lindgrens Bücher.
Wie viel Zeit sollte man für Astrid Lindgrens Welt einplanen?
Ein paar Stunden reichen eigentlich nicht. Es gibt viele Aufführungen, Spielbereiche und kleine Details zu entdecken, sodass Familien oft einen ganzen Tag dort verbringen.
Ist Astrid Lindgren noch aktuell?
Ich selbst habe zwar früher die Pippi Langstrumpf Filme geliebt, über Michel gelacht und Karlson vom Dach eher etwas gruselig gefunden, aber die Kinder hatten nie sehr großes Interesse daran. Und ich fand auch beim Vorlesen meiner alten Helden, dass sie doch ganz schön aus der Zeit gefallen waren – insbesondere die Rolle von Pippi Langstrumpf und der damaligen Gesellschaft kam mir doch sehr konstruiert vor in der heutigen Zeit. Und ob die Kinder sie aus ihrer Zeit heraus begreifen und daher ihre besondere Rolle als Revoluzzerin erkennen würden, fand ich fraglich. Viele der Bücher von Astrid Lindgren kenne ich auch gar nicht – und unsere Kids eben auch nicht.
Bullerbü in echt
Das mag auch daran liegen, dass ich Bullerbü mehr oder weniger selbst hatte als Kind – ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, wir haben unsere Zeit viel draußen im Freien verbracht. Am Fluss oder am Waldrand spielen, mit dem Fahrrad durch die Gegend düsen oder einfach in den Gärten der Freunde oder im eigenen das Obst vom Baum futtern – das hatte ich auch alles. Daher ist für mich die Lindgren-Welt kein Sehnsuchtsort, sondern eher die schwedische Version von meiner eigenen Kindheit – minus ein paar Jahrzehnte, so viel muss dann doch gesagt sein.
Aber da nun wirklich JEDER, dem ich von unserem Vorhaben, nach Schweden zu fahren, erzählt habe, meinte: „Ihr müsst nach Vimmerby!“, sind wir also hin.

Theaterpark und künstliche Welt
Der Park ist ein wirklich toller Erlebnisspielplatz plus Theaterstücke. Es ist toll, wie konsequent diese Lindgren-Welt nachgebaut wurde und wie entspannt dabei alles zugeht. Die Miniatur-Häuser sind sehr hübsch.
Theaterstücke statt Achterbahn
Vom künstlerischen Aspekt her, von der Sorgfalt und dem liebevollen Bemühen um die Darstellung der Lindgren-Welt heraus betrachtet, ist der Parkt wirklich wundervoll. So viele Details, so nah an den Büchern dran, so hübsch und ohne irgendeine Nachlässigkeit, das ist wirklich toll. Die Kinder haben an jeder Ecke etwas zum Staunen und Herausfinden gehabt, können ausprobieren, zuschauen, erleben. Dass die Theaterstücke, die es in den Bücherwelten anzusehen gibt, nur auf Schwedisch vorgeführt wurden, hat sie nicht sehr gestört.
Essen wie Pippi Langstrumpf
Das Essen dort ist lecker, nirgends ein Stück Plastik, alles sehr gepflegt und sorgsam gestaltet. Es gibt überall Bänke, auf denen die Erwachsenen ruhen können, während die Kids sich durch die Welten spielen.
Allerdings: Meine 9-jährige war wohl schon ziemlich an der oberen Altersgrenze.
Die wichtigsten Highlights im Überblick
- Liebevoll gestaltete Miniaturhäuser aus den Astrid-Lindgren-Geschichten
- Theaterstücke in den verschiedenen Themenwelten
- Große Spielbereiche für Kinder
- Viele Details aus den bekannten Büchern
- Ruhige und entspannte Atmosphäre
- Gepflegte Anlage ohne „Plastik-Freizeitpark“-Gefühl
- Viele Sitzmöglichkeiten für Erwachsene
- leckeres Essen

Lindgrens Welt gibt’s auch außerhalb von Vimmerby
Einen Aspekt möchte ich erwähnen, der mir während des Besuchs durch den Kopf gespukt ist: Wer seinen Kindern eine Lindgren-Welt zeigen möchte wie sie die Autorin selbst in ihrer Kindheit erlebt hat und sie in dem Lindgrenschen Sinne spielen und erfahren lassen möchte, nämlich frei, unbeschwert und in der Natur, der sollte lieber an den nächsten See fahren und dort im Zelt schlafen. Dort können die Kinder im See schwimmen, schnitzen, durch den Wald stromern, Abenteuer erleben und frei sein. Das im Lindgren-Park zu suchen, stellt die ganze Sache auf den Kopf. Dort gibt es eine wirklich hübsche Kunstwelt. Um die Ecke ist die wirkliche Welt – und die ist aus meiner Sicht aufregender.
Alternativen zum Freizeitpark?
- Seen und Natur rund um Vimmerby
- Drehorte aus den Verfilmungen
- Katthult, das Haus von Michel
- Das Lindgren-Museum
Vimmerby erleben geht auch anders
Unsere Zeltnachbarn am Abend an dem kleinen See nahe Vimmerby haben es so gemacht: Sie haben die Orte abgeklappert, die hier in der Gegend Drehorte waren bzw. wo Astrid Lindgren aufgewachsen ist, sind nach Katthult gefahren, um sich dort Michels Haus anzuschauen und haben am nächsten Morgen noch das Lindgren-Museum besucht. Das kostet nur einen Bruchteil und ist sicher genauso spannend. Naja, das nächste Mal sind wir schlauer.
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