Ein paar Fakten zu Kenia

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Für alle, die Kenia und Nairobi noch nicht kennen, habe ich einmal ein paar interessante Fakten zusammengetragen.

Wo liegt Kenia?

Kenia liegt im Osten Afrikas, unterhalb von Äthiopien und Somalia. Es hat eine 480 km lange Küste und grenzt im Süden an Tansania. An der Küste befindet sich die Hafenstadt Mombasa. Sie ist eine der wichtigsten Hafenstädte des Kontinents, hier kommen massenhaft Waren an, die von dort aus per LKW in die Länder der Region transportiert werden. Von Mombasa aus fährt man etwa 400 Kilometer weit ins Inland, um die Hauptstadt Nairobi zu erreichen. Nairobi liegt recht hoch und hat damit nicht das heiß-tropische Klima der Küste, sondern ist auf 1.700 Metern Höhe angenehmer und trockener. Das Land ist etwa 1,6-mal so groß wie Deutschland.

Die Bevölkerung ist stark gewachsen

Kenia hat heute etwa 55 Millionen Einwohner. Im Jahr 1975 waren es noch etwa 13 Millionen. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Menschen also vervierfacht. Daher ist die Bevölkerung auch sehr jung, im Durchschnitt etwa 20 Jahre alt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt diese Zahl bei etwa 44 Jahren. Dafür ist die Arbeitslosenquote mit ca. 6,8 % gar nicht so hoch. Spricht man jedoch mit Leuten, die hier leben, wird diese Zahl stark angezweifelt. Denn immer noch sind mehr als fünf Millionen Menschen von Hunger bedroht. Der Durchschnittlohn ist niedrig. Die Angaben im Netz sind sehr unterschiedlich. Der Mindestlohn liegt bei etwa 140€ im Monat, von da an steigen die Löhne je nach Sektor und Qualifikation.

Die Wirtschaft Kenias

Dennoch ist Kenia einer der größten Wirtschaftsmotoren im östlichen Afrika, ja auf dem ganzen Kontinent. Was wird exportiert? In erster Linie Tee, Kakao, Kaffee und Gewürze. Kenia hat riesige Teeplantagen, besonders rund um den Berg Mount Kenia im Nordwesten des Landes. Der Tee wird hauptsächlich in die arabische Welt exportiert, kenianischen Kaffee findet ihr auch im europäischen Handel.

Außerdem werden hier Schnittblumen angepflanzt und exportiert. Schaut doch mal im Supermarkt, die Rosensträuße bei Lidl sind oft aus Kenia. Sie werden bspw. rund um den Lake Naivasha im Nordosten von Nairobi produziert.

Es gibt viele lokale Unternehmen, die hier vor Ort sehr erfolgreich sind. Dazu gehören bspw. Telekommunikationsunternehmen wie Safaricom, einer der größten Anbieter der Region, Kenya Airways als hiesige Airline mit Nairobi als dem wichtigsten internationalen Flughafen der Region und, besonders für Deutsche vermutlich spannend, East African Breweries, die verschiedene sehr populäre Biersorten brauen.

Kenia wird auch Silikon Savannah genannt

Außerdem ist Nairobi bekannt für seine Start Up Szene. Viele davon setzen Ideen für den hiesigen Markt um oder adaptieren erfolgreiche Geschäftsideen wie Lieferservices für den lokalen Markt. Koko Networks bspw. ist ein Unternehmen für sauberen Kochbrennstoff. Warum das hier wichtig ist, erzähle ich euch in einem anderen Blogpost. Wichtig an dieser Stelle ist vielleicht erst einmal die Info, dass die Regierung und hiesige Wirtschaft diese Szene fördert und daraus schon einige Unternehmen entstanden sind, die nun erfolgreich in der Region unterwegs sind.

Wie lebt man hier?

Es gibt in Kenia alles. Auf dem Land findet man immer noch viele Menschen, die in kleinen Häusern oder Lehmhütten in ihrem Dorf wohnen. Sie bauen Mais und Gemüse an, leben von dem, was sie selbst produzieren, und sind in ihrem Leben vermutlich nie weit aus ihrer Gegend herausgekommen. Ihre Kinder und Kindeskinder machen sich oft auf in die größeren Städte, um Arbeit zu finden. In den Städten arbeiten ungelernte Arbeitnehmer dann als Hausangestellte oder Tagelöhner, Fahrer, Gärtner oder Hilfskräfte.

Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder zur Schule, Oberschule und Universität. Dann sind die Chancen größer, Arbeit bei der Regierung oder in einer der großen Firmen zu finden.

In Nairobi gibt es eigentlich alle Wohnformen, die man sich entlang der Einkommenskette vorstellen kann. Vom winzigen Zimmer in einem der Armenviertel bis zur riesigen Villa ist alles dabei. Die Weißen spielen dabei übrigens nur eine untergeordnete Rolle – der Reichtum ist längst bei den Kenianern selbst angekommen. Darüber hinaus gibt es eine große indische Community, die zum Teil ebenfalls sehr wohlhabend ist. Aber auch der Mittelstand wächst. In Nairobi wird ständig gebaut, es gibt große Apartmenthäuser mit Garten drum herum, viele Einfamilienhäuser und alles Mögliche dazwischen. Allerdings darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass Kenia immer noch eins der korruptesten Länder der Welt ist. Wo die Gelder hinfließen, kann man eben auch an dem ein oder anderen großen Haus in den reichen Wohnvierteln besichtigen.

Tourismus in Kenia

Ein großer Wirtschaftszweige in Kenia ist seit vielen Jahren der Tourismus. In Kenia liegen einige der berühmtesten Nationalparks der Welt wie das Massai Mara National Reserve, das in die Serengeti in Tansania übergeht oder der riesige Tsavo National Park, durch den die Hauptverbindungsstraße von Nairobi nach Mombasa führt. Diese Parks sind Touristenmagneten und spülen jährlich etwa eine Million Touristen ins Land. Zum Vergleich: Allein nach Berlin reisen im Schnitt 10 Mal so viele Menschen jährlich, um die Stadt zu besuchen. Die Dimensionen in Kenia sind diesbezüglich also kleiner. Das bedeutet natürlich auch, dass hier kaum ein touristischer Ort einmal überfüllt ist – für die Besucherinnen und Besucher ist das natürlich überaus angenehm. Das Land und die Betreiber der Lodges, Restaurants und Freizeitaktivitäten könnten allerdings noch einiges an Zulauf gebrauchen.

So viel fürs Erste. Jetzt habt ihr erst einmal einen Überblick über Kenia und kennt die wichtigsten Fakten. Bald gibt es mehr zu den verschiedenen Themen. Wünscht euch gern, was euch interessiert!

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A few facts about Kenya

Kenya is located in East Africa, below Ethiopia and Somalia. It has 480 kilometres of coastline and borders Tanzania to the south. The harbour city of Mombasa is located on the coast. It is one of the most important harbour cities on the continent, where masses of goods arrive and are transported from there by lorry to the countries in the region. From Mombasa, you drive about 400 kilometres inland to reach the capital Nairobi. Nairobi is quite high up and therefore does not have the hot tropical climate of the coast, but is more pleasant and drier at an altitude of 1,700 metres. The country is about 1.6 times the size of Germany.

The population has grown considerably

Today, Kenya has around 55 million inhabitants. In 1975 there were still around 13 million. This means that the number of people has quadrupled in recent years. As a result, the population is also very young, with an average age of around 20 years. For comparison: in Germany, this figure is around 44 years old. On the other hand, the unemployment rate is not that high at around 6.8 %. However, if you talk to people who live here, this figure is highly questionable. More than five million people are still at risk of hunger. The average wage is low. The figures on the internet vary widely. The minimum wage is around €140 per month, from there wages increase depending on the sector and qualifications.

The Kenyan economy

Nevertheless, Kenya is one of the largest economic engines in East Africa, indeed on the entire continent. What is exported? Primarily tea, cocoa, coffee and spices. Kenya has huge tea plantations, especially around Mount Kenya in the north-west of the country. Tea is mainly exported to the Arab world, Kenyan coffee can also be found in European shops. Cut flowers are also grown and exported here. Have a look in the supermarket, the bouquets of roses at Lidl are often from Kenya. They are produced around Lake Naivasha in the north-east of Nairobi, for example.

There are many local companies that are very successful here. These include, for example, telecommunications companies such as Safaricom, one of the largest providers in the region, Kenya Airways as the local airline with Nairobi as the region’s international airport and, probably of particular interest to Germans, East African Breweries, which brews various very popular types of beer.

Kenya is also known as Silicon Savanah

Nairobi is also known for its start-up scene. Many of them create businesses for the local market or adapt successful businesses such as delivery services for the local market. Koko Networks, for example, is a clean cooking fuel company. I’ll tell you why this is important in another blog post. At this point, it is perhaps important to know that the government and the local economy are supporting this scene and that several companies have already emerged from it that are now successfully operating in the region.

How do you live here?

Kenya has everything. In the countryside, you still find many people living in small houses or mud huts in their village. They grow maize and vegetables, live off what they produce themselves and have probably never travelled far out of their area in their lives. Their children and grandchildren often travel to the larger cities to find work. In the cities, unskilled workers then work as domestic servants or day labourers, drivers, gardeners or labourers. Those who can afford it send their children to school, secondary school and university. Then the chances of finding work with the government or in one of the large companies are greater.

In Nairobi, for example, there are actually all forms of housing you can imagine along the income chain. From a tiny room in one of the poor neighbourhoods to a huge villa, everything is there. Incidentally, white people only play a subordinate role here – the wealth has long since come from the Kenyans themselves. There is also a large Indian community, some of whom are also very wealthy. But the middle class is also growing. There is constant construction in Nairobi, there are large flat blocks with gardens around them, many detached houses and everything in between. However, it should not go unmentioned that Kenya is still one of the most corrupt countries in the world. You can see where the money goes by looking at the one or other large house in the rich neighbourhoods.

Tourism in Kenya

Tourism has been a major economic sector in Kenya for many years. Kenya is home to some of the most famous national parks in the world, such as the Massai Mara National Reserve, which merges into the Serengeti in Tanzania, or the huge Tsavo National Park, through which the main road from Nairobi to Mombasa runs. These parks are tourist magnets and attract around one million tourists to the country every year. By comparison, an average of 10 times as many people travel to Berlin alone to visit the city every year. The dimensions in Kenya are therefore smaller in this respect. Of course, this also means that hardly any tourist destination here is ever overcrowded – which is of course extremely pleasant for visitors. However, the country and the operators of the lodges, restaurants and leisure activities could do with a few more visitors.

So much for now. Now you have an overview of Kenya and know the most important facts. There will be more on the various topics soon. Feel free to ask what interests you!

Über die Autorin

Die Berlinerin Britta Schmidt von Groeling ist zweifache Mutter, Globetrotterin, Politologin und Verlagsfachfrau. Da es den passenden Reiseführer für die eigenen Kinder nicht gab, gründete sie 2015 den Kinderreiseführerverlag World for kids. Nach ihrem Debüt „Thailand for kids“ folgten Reiseführer für verschiedene Länder in aller Welt.

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