Familienurlaub und Erholung sind für viele Eltern ein Gegensatz. Denn auch im Urlaub hört die Carearbeit ja nicht auf. Je nach Alter der Kinder sind auch in der schönsten Zeit des Jahres die Windeln zu wechseln, beim Essen und dem Anziehen zu helfen, die Strandtasche zu packen (und zu schleppen) und die Aktivitäten vor Ort zu planen und umzusetzen. Wo bleibt Zeit für die Erwachsenen? Und wo die Erholung?
Dazu kommen die Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitglieds: Buddeln am Strand, Bewegung und Abenteuer, Relaxen auf der Sonnenliege, Kultur, Sport – wenn man Pech hat, hat jeder Teil der Familie eine andere Idee, was ein toller Urlaub eigentlich ist.
Die Wahl der richtigen Reise für dich und deine Kinder, bei der du und dein Partner oder deine Partnerin trotz all dem Erholung findet, ist daher nicht ganz einfach. Denn du möchtest ja im Idealfall die verschiedenen Bedürfnisse der ganzen Familie unter einen Hut kriegen.
Die nachfolgenden 5 Tipps helfen dir, die richtige Reise für dich und deine Familie zu finden.

Was ist überhaupt Erholung für mich?
Jede Familie ist anders. Manche schleppen ihre Babys durch den afrikanischen Busch (so wie wir, glaub mir, nur bedingt empfehlenswert), andere können sich etwas anderes als All-inklusive gar nicht vorstellen, um die nötige Erholung zu finden. Und dazwischen gibt es hundert andere Möglichkeiten.
Aber was ist überhaupt Erholung für dich? Sind es Tage voller Ruhe und einem guten Buch auf der Sonnenliege am Pool? Willst du endlich mal wieder Sport treiben, um deinen verspannten Nacken zu entlasten und die Bewegung zu finden, die während des Bürojobs einfach nicht drin ist? Braucht dein Kopf mal wieder Inspiration und du möchtet durch alle Museen und Kirchen schlendern, die in der Umgebung sind? Oder zieht es dich zum Abenteuer in entlegene Ecken, um eure Neugier auf die Welt zu stillen? Was möchte dein Partner oder Partnerin?
Jeder Mensch findet in anderem Erholung, denn Erholung kann vieles sein. Schlafen, Denken, Staunen, Bewegen und Entdecken sind nur wenige Beschreibungen dafür, was uns anregt und entspannt. Denn: Erholung bedeutet ja, dass man das, was man ständig tut und belastend ist, einmal sein lässt und sich dafür Dingen zuwendet, die fehlen und die wieder „aufgeladen“ werden sollen. Und das ist eben bei jedem etwas anderes.
Daher mein Tipp Nummer 1: Überlege gemeinsam mit deinem Partner oder Partnerin, was euch fehlt, worin ihr Entspannung findet und was euch Erholung verschafft.

Welche Service-Leistungen möchte ich im Urlaub?
Bist du in deinem Alltag ständigen Belastungen ausgesetzt und empfindest ihn als sehr stressig, steht für dichRuhe und Entspannung vielleicht an oberster Stelle. Dann ist es sicher empfehlenswert, sich nach einer Reise umzuschauen, in der ihr auf einige gute Serviceleistungen zurückgreifen könnt. Das kann sein:
- Das Hotel mit Zimmerservice und Frühstücksbuffet
- Die Kinderbetreuung im Kids Club
- Die Organisation von Ausflügen durch eine Agentur vor Ort oder schon bei der Buchung
- Das Angebot von Freizeitgestaltungsmöglichkeiten direkt vor Ort
- Ein Fahrer für Ausflüge in Ländern, in denen ihr unsicher seid
- Ein Koch in der Ferienwohnung, eine oder mehrere Zwischenreinigungen vom Servicepersonal und/oder ein Waschservice
Ihr müsst nicht alle Leistungen immer in Anspruch nehmen, das ist ja auch eine Frage des Preises. Bleibt flexibel! Vielleicht reicht es schon, die Kinder mal für ein paar Tage im Kids Club anzumelden, den Pool des Nachbarressorts neben der Ferienwohnung mitnutzen zu können oder einfach das Frühstück immer wieder auch außer Haus zu genießen. Es gibt viele Abstufungsmöglichkeiten.
Daher mein Tipp Nummer 2: Besonders die Mamas sollten sich vor der Buchung darüber klar werden, welchen Service sie im Urlaub gern haben möchten, um Erholung und Entlastung zu finden. Ständiges Einkaufen, Kochen und Abwaschen in der Ferienwohnung oder beim Campen kann dazu führen, dass dies auf der Strecke bleibt.

Wie kriege ich die verschiedenen Bedürfnisse unter einen Hut?
Es gibt Kinder, die lieben Autofahren. Anderen wird schon nach wenigen Kilometern übel. Manche Kinder finden schnell Anschluss und haben ruck zuck neue Freunde auf dem Campingplatz. Für andere ist das gar nichts. Deshalb solltest du dich vor dem Buchen einer Reise ehrlich fragen, wie die Kinder ticken und was sie mitmachen. Denn unzufriedene Kinder tragen nicht gerade zum Erholungsfaktor bei.
Solltest du feststellen, dass die Bedürfnisse der Kinder in einem Ferienressort am besten befriedigt werden, dabei aber dein Entdeckungsbedürfnis (oder das den Partners oder der Partnerin) auf der Strecke bleibt, kombiniere beides: Eine Woche Rundreise und im Anschluss eine Woche All-inklusive-Ressort kann so etwas sein. Oder geht erst wandern und bucht euch dann noch ein paar Tage in einem Hotel mit Pool ein. Oder macht einen Kulturtrip in einer Stadt und habt danach einen Surfkurs für die Teenagerkinder am Meer in petto. Der Trick dabei ist: Wenn an jeden gedacht wird, sind alle auch bereit, Kompromisse einzugehen.
Mein Tipp Nummer 3 ist daher: Bei unterschiedlichen Interessen funktionieren Kombinationen aus verschiedenen Urlaubsarten sehr gut.

Wie alt sind die Kinder?
Jedes Kindesalter bietet andere Freuden und Herausforderungen für die Eltern. Ich habe auf meinen vielen Reisen mit Kindern die Erfahrung gemacht, dass man zwar gegen die Bedürfnisse der Kinder reisen kann, aber dass der Spaß dabei auch für die Eltern auf der Strecke bleibt. Es macht total Sinn, das Alter der Kinder und die daraus resultierenden Bedürfnisse in die Reise einzuplanen. Dennoch musst du deswegen nicht auf alles verzichten, man zieht sich seine Kinder ja auch heran und hat dann irgendwann echte Reisebuddies dabei. Dennoch gibt es ein paar Tipps, die zur Erholung aller beitragen:
- Babys: Grundsätzlich sind sie noch unkompliziert. Hier solltest du lieber auf die eigenen Unsicherheiten Rücksicht nehmen: Was traue ich mir zu, besonders wenn es das erste Kind ist? Hier spielt es eine große Rolle, dass die Eltern sich mit der Reise wohlfühlen. Denn die Anspannung der Eltern überträgt sich leicht auf das Baby und multipliziert den Unwohlfaktor.
- Kleinkinder: Mit Kleinkindern ist es meist keine gute Idee, einen Roadtrip mit langen Autoetappen zu machen. Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und wollen raus und spielen. In dem Alter der Kinder seid ihr mit einem Ferienressort oder einem Haus am Meer besser beraten. Dort kann man Strandspieltage und Ausflugstage kombinieren und alle haben etwas davon.
- Grundschulkindern und Teenager: Ihnen könnt ihr einiges zutrauen. Sie sind ebenso beim (nicht zu ausgiebigen) Museumsbesuch dabei wie beim Sport am Meer. Und wenn ihr selbst lieber mit dem Buch auf der Strandliege bleiben wollt, freuen sich die Kinder, wenn sie ein paar Aktivitäten nutzen können. Es kann aber notwendig sein, diese vorab zu buchen, das solltest du einplanen.
- Etwas von allem: Habt ihr Kinder in verschiedenen Altersstufen, kann es sinnvoll sein, eine Rundreise mit kurzen Etappen zu planen und dabei möglichst viele verschiedene Elemente einzubauen, die die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen berücksichtigen. Oder sucht euch ein Ressort, in dem von Teenie-Disko bis Babybecken alles dabei ist.
Mein Tipp Nummer 4: Reist nicht gegen die altersbedingten Bedürfnisse der Kinder, denn tut ihr es dennoch, findet ihr viel schwieriger Erholung.

Meckern die Kinder oder traust du dich nicht?
Manchmal würde man eine bestimmte Art von Urlaub gern machen, traut sich aber nicht recht. Denn man hat das Gejammer schon im Ohr. Ich kenne das auch. Aber ich habe mich darüber immer mal wieder hinweggesetzt und siehe da: Es war dann doch schön. Darüberhinaus ich bin mit meinem abenteuerlustigen Mann auch immer wieder außerhalb meiner eigenen Comfortzone unterwegs gewesen und muss sagen: Auch das hat sich immer gelohnt.
Daher: Auch wenn die Kinder erst einmal rummeckern, wenn es auf eine Wandertour oder in ein Museum geht: Meine Erfahrung ist, dass sie dann doch Spaß haben. Denn auf den Wanderungen redet man doch viel mehr, als wenn alle ihr Handy in greifbarer Nähe haben. Und im Museum gibt es für Kinder auch immer wenigstens ein Exponat, was auch sie spannend finden.
Werden die Kinder älter, ist es aus meiner Erfahrung dann eher so, dass ich mich zu manchen Aktivitäten überwinden muss. Was man nicht alles tun muss: Seilbahnen fahren trotz mulmigem Gefühl, über Stock und Stein Offroadtouren machen, die schrägsten Sportarten abnicken und dann bloß nicht hinsehen, wenn die Teenager mit Papa auf dem Dirtbike durch die Landschaft brettern.

Ich glaube, wir alle wachsen an dem, was wir tun. Die Kinder sowieso, aber auch wir Eltern gehen einen Weg, bei dem wir uns immer wieder zu etwas überwinden müssen. Denn je mehr Familienmitglieder es gibt, desto mehr Wünsche kommen auf uns zu. Da werden auf einmal Aktivitäten in den Raum geworfen, an die wir nie im Leben gedacht hätten. Und unser erster Reflex ist derselbe wie der unserer Kids, wenn wir ihnen eine Wanderung vorschlagen: Abwehr.
Doch so wie wir den Kindern unsere Wünsche und Vorstellungen näher bringen und sie ja auch oft genug mehr oder weniger freiwillig mitschleppen, so lohnt es sich dann auch, sich selbst von ihnen mitschleppen zu lassen. So werden die Urlaube abwechslungsreicher und spannender.
Mein Tipp Nummer 5 ist also: Inspiriert die Familie zu Dingen, die euch wichtig sind. Und lasst euch im Gegenzug von ihnen inspirieren. So sitzen alle im selben Boot und machen neue Erfahrungen. Das schweißt zusammen und stärkt das Familiengefühl.
In diesem Sinne: Schönen Urlaub!
Wenn ihr Tipps sucht, welche Reiseziele für welches Alter der Kinder infrage kommen, schaut hier vorbei.
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